Hans-Joachim Watzke
Hans-Joachim Watzke

Das „13. Attendorner Wirtschaftsgespräch“ – präsentiert von der Stadt Attendorn, der Sparkasse ALK und der Frey Print + Media GmbH Attendorn – wurde am Donnerstagabend in der Stadthalle zu einem Heimspiel für Hans-Joachim Watzke. Und das Gastspiel des Vorsitzenden der Geschäftsführung von Borussia Dortmund war natürlich seit Wochen ausverkauft.

Der bestens aufgelegte Sauerländer „Aki“ Watzke nutzte den Abend vor 500 gebannt zuhörenden Gästen, um mit einem mit vielen Anekdoten gewürzten Vortrag Werbung für den BVB und seine Vereinsphilosophie zu machen. Und das gelang dem mittelständischen Unternehmer aus dem Marsberger Ortsteil Erlinghausen auch bestens. „Das höchste Gut soll das Echte sein. Wir wollen authentisch bleiben“, brachte Watzke die Marke Borussia Dortmund auf den Punkt.

Zum Thema des Abends „Die Krise meistern. Vom Sanierungsfall zur Meisterschaft“ konnte Hans-Joachim Watzke aus Sicht von Borussia Dortmund eine Menge beitragen. Der westfälisch-bodenständige BVB-Geschäftsführer erinnerte an die Fast-Insolvenz vor fast zehn Jahren, als der Bundesligist angesichts eines Schuldenstandes von 122 Mio. Euro vor dem Zusammenbruch stand. „Wir hatten damals 58.000 Euro liquide Mittel. Die habe ich aber nirgendwo gesehen“, erinnert sich Watzke noch genau an die schwärzeste Stunde der Vereinsgeschichte. Kurzum: Der Traditionsverein war „komplett zahlungsunfähig“.

Die finanzielle Situation hat sich rund um den Signal Iduna Park, das frühere Westfalenstadion, inzwischen komplett geändert. So kassierte der BVB vor einigen Tagen durch eine Kapitalerhöhung 140,7 Mio. Euro. Borussia Dortmund ist damit demnächst schuldenfrei. „Wir werden nie mehr einen Euro Schulden für den sportlichen Erfolg machen“, haben die BVB-Verantwortlichen um Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc die Lehren aus der Fast-Pleite gezogen.

„Ich bin froh, dass Sie zu einem Zeitpunkt gekommen sind, wo Köln vor Dortmund steht“, hatte Attendorns Bürgermeister und bekennender Geißbock-Anhänger Christian Pospischil zu Beginn des 13. Wirtschaftsgesprächs den prominenten Besucher aus Dortmund begrüßt. Watzke ließ auch seine Sympathie für Köln durchblicken. Das Verhältnis zum ewigen Rivalen FC Schalke 04 sieht der BVB-Geschäftsführer „von Respekt geprägt“. Was man von der Beziehung des Sauerländers Hans-Joachim Watzke zum gebürtigen Lippstädter Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des Liga-Krösus Bayern München, nicht sagen kann. Daraus machte Watzke in Attendorn auch keinen Hehl.

Zum Ende der Wirtschaftsgesprächs in der Stadthalle nahm der Gast aus Dortmund noch Stellung zur „Krise im Amateurfußball“. Für Hans-Joachim Watzke hat die mehrere Gründe. Zum einen kassierten schon in der Kreisliga „Spieler, die unfallfrei geradeaus laufen können, 300 bis 400 Euro“ im Monat. Und zum anderen habe sich das Freizeit- und Familienverhalten grundsätzlich geändert. „Heute machen die Familien viel mehr zusammen“, weiß Watzke. Vorbei sind die Zeiten, wo es für die Väter und auch die Mütter selbstverständlich war, dass das Familienoberhaupt nach dem Mittagessen zum Sportplatz ging.

Der Sauerländer „Aki“ Watzke weiß, wovon er spricht. Immerhin steht er seit vielen Jahren an der Spitze des Fußball-Landesligisten RW Erlinghausen und hat für die Marsberger selbst über 30 Jahre vor das runde Leder getreten.

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