Die neue Kommandeurin der Schule für Diensthundewesen in Ulmen: Oberfeldveterinär (w) Dr. Christiane Ernst
Die neue Kommandeurin der Schule für Diensthundewesen in Ulmen: Oberfeldveterinär (w) Dr. Christiane Ernst

Während vor vier Wochen mit Ursula von der Leyen zum ersten Mal eine Frau die Leitung des Bundesministeriums für Verteidigung übernahm, übergab am 16. Januar in der Eifel der Amtschef des Streitkräfteamtes, Brigadegeneral Werner Weisenburger, im Rahmen eines feierlichen Appells im Bürgersaal der Stadt das Kommando über die Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr in Ulmen an Oberfeldveterinär Dr. Christiane Ernst.

An der feierlichen Übergabezeremonie, deren musikalische Gestaltung beim Heeresmusikkorps Koblenz unter der Stabführung von Hauptmann Thomas Andreas lag, nahmen neben ihrem Ehemann Jari-Hermann Ernst, ebenfalls ein gebürtiger Attendorner, der Familie und Freunden der neuen Kommandeurin auch zahlreiche zivile und militärische Gäste aus dem In- und Ausland teil.

Der Appell begann mit dem Marsch der Schule „Jäger von Kurpfalz“, bevor sich der bisherige Kommandeur Oberfeldveterinär Dr. Ulrich Dreßler verabschiedete. Dem schloss sich zur Überraschung der neuen Kommandeurin der „Marsch der Finnländischen Reiterei“ an, auch zur Freude ihrer finnischstämmigen Verwandtschaft. Sodann entband Brigadegeneral Weisenburger Oberfeldveterinär Dr. Dreßer von seinen Aufgaben als Kommandeur der Hundeschule und übergab sie an Frau Dr. Ernst, die auch aus seinen Händen als äußeres Zeichen der Kommandoübernahme die Fahne der Schule erhielt.

Als äußeres Zeichen der Kommandoübernahme erhielt Dr. Ernst aus den Händen von Brigadegeneral Werner Weisenburger die Fahne der Schule
Als äußeres Zeichen der Kommandoübernahme erhielt Dr. Ernst aus den Händen von Brigadegeneral Werner Weisenburger die Fahne der Schule

Die 41-jährige Attendornerin Dr. Christiane Ernst, eine geborene Wilmes von der Heldener Straße, die nach dem Abitur am St.

Ursula Gymnasium ihre Laufbahn als Sanitätsoffiziersanwärterin begann, studierte nach ihrer Offiziersausbildung zunächst Tiermedizin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Während dieser Zeit wurde im Rahmen eines Truppenpraktikums an der damals in Koblenz gelegenen und in der Welt einzigartigen Ausbildungseinrichtung für die Zwei- und Vierbeinigen Spezialisten der Bundeswehr ihr besonderes Interesse für das Diensthundewesen der Bundeswehr geweckt.

Die Tierärzte der Bundeswehr sind vor allem im Auslandseinsatz als „Allrounder“ in der Lebensmittel- und Trinkwasseruntersuchung, bei der Überwachung der Lebensmittelhygiene in Truppen- und Feldküchen, der Risikobewertung der Tierseuchen- und Zoonosenlage aber auch der Behandlung von Diensttieren gefordert.

Brigadegeneral Werner Weisenburger umrahmt vom bisherigen Kommandeur der Schule für Diensthundewesen Oberfeldveterinär Dr. Ullrich Dreßler und der neuen Kommandeurin Oberfeldveterinär Dr. Christiane Ernst
Brigadegeneral Werner Weisenburger umrahmt vom bisherigen Kommandeur der Schule für Diensthundewesen Oberfeldveterinär Dr. Ullrich Dreßler und der neuen Kommandeurin Oberfeldveterinär Dr. Christiane Ernst

Dementsprechend wurde Oberfeldveterinär Dr. Christiane Ernst in ihrer ersten Verwendung nach dem Studium zunächst als Laborleiterin für Lebensmitteluntersuchung im Zentralen Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Mainz eingesetzt.

Von 2003 bis 2007 führte sie ihr Weg zurück an die Schule für Diensthundewesen, die „gefühlte dienstliche Heimat“. Als stellvertretende Leiterin der Diensthundeklinik war Dr. Ernst für die tierärztliche Behandlung der Diensthunde und für die damals zu etablierende Bundeswehr-eigene Zucht von Diensthunden zuständig.

Auch der Bürgermeister der Stadt Ulmen, Wagner, hieß die neue Kommandeurin herzlich willkommen
Auch der Bürgermeister der Stadt Ulmen, Wagner, hieß die neue Kommandeurin herzlich willkommen

Es folgte eine Verwendung als Dezernentin für Diensttiere, Tierschutz und Tierseuchen im Sanitätskommando II im hessischen Diez. Während dieser Zeit legte Sie die Prüfung für den tierärztlichen Staatsdienst am Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum in Baden-Württemberg ab, wurde als Fachtierärztin für öffentliches Veterinärwesen anerkannt und wechselte zum NATO „Joint Force Command“ nach Neapel.

Im Jahr 2011 wurde Oberfeldveterinär Dr. Christiane Ernst zur Tierschutzbeauftragten für die Bundeswehr berufen und trat als Dezernentin für Qualitätsmanagement, Aus-, Fort- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung ihren Dienst am Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr in München an.

Die Tiermedizinerin nahm zudem als Leiterin des Veterinärmedizinischen Labors des deutschen Einsatzkontingentes an mehreren Auslandseinsätzen in Bosnien und im Kosovo teil, war im Rahmen der „Humanitären Hilfe Südostasien“ nach dem katastrophalen Tsunami an Weihnachten 2004 als Leitende Veterinärin in der am stärksten betroffenen Region Banda Aceh auf Sumatra eingesetzt und zuletzt im Jahr 2009 für einige Monate in Afghanistan im Einsatz.

Fotos: Karl-Hermann Ernst

Hundeführer und Diensthund bei der gemeinsamen Ausbildung  Foto: Schule für Diensthundewesen
Hundeführer und Diensthund bei der gemeinsamen Ausbildung
Foto: Schule für Diensthundewesen

Diensthunde der Bundeswehr – immer mit „richtigem Riecher und nötigem Biss“

Die Diensthundeteams der Bundeswehr erweitern durch ihre einzigartigen Fähigkeiten die Handlungsfähigkeit der Truppe im Auslandseinsatz und dienen insbesondere dem Schutz von Soldat und Bevölkerung. Alle Diensthundeführer der Bundeswehr durchlaufen mit ihren Diensthunden die gemeinsame Ausbildung an der Schule für Diensthundewesen in Ulmen. Dort werden Sie ausgebildet, um je nach Spezialisierung Explosivstoffe, Minen, Rauschgifte oder Personen aufzuspüren, aber auch kontrollierbar zu Schutz- oder „show of force“-Zwecken eingesetzt zu werden.

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