1.Advent  (2)Während vor ihr am vergangenen Sonntag die erste Kerze auf dem riesigen Adventskranz leuchtete, erläuterten in einem Familiengottesdienst in der Erlöserkirche die diesjährigen Katechumenen die Geschichte des Wichernkranzes.

Sie verdeutlichten durch ein kleines Spiel das Leben des Theologen Johann Hinrich Wichern. War er es doch, der sich zusammen mit seiner Frau Amanda in einem Kinderheim in Hamburg (Das Rauhe Haus) um verwaiste und verwahrloste Kinder kümmerte und damit den Grundstein für die heutige Diakonie legte.

Sie erinnerten so an den ersten Adventskranz, den Johann Hinrich Wichern 1839 für seine verwahrlosten und verwaisten Kinder in Hamburg aufstellen lies. Damit wollte er den Kindern die Zeit bis zum Weihnachtsfest verkürzen. Er nahm ein großes Wagenrad und schmückte es mit vielen Kerzen: große weiße für die vier Adventssonntage, kleine rote für die übrigen Wochentage. Die Kinder hatten dann die Idee, dieses Rad mit Tannengrün freundlicher gestalteten. Dass sie damit den Grundstein für den heutigen Adventskranz legten war ihnen damals gar nicht bewusst.

Diesem Vorbild folgt auch der Adventskranz vor der Erlöserkirche in Attendorn, der auf Initiative von Pfarrer Andreas Schliebener seit sechs Jahren errichtet wird. Er hat inzwischen nach Klagenfurt weitere Nachahmer in Wien, Salzburg und Linz gefunden.

In Attendorn finden bis zum Heiligen Abend montags bis freitags um 18 Uhr kurze Kerzenandachten am Adventskranz statt, in deren Verlauf jeweils Gemeindeglieder der beiden christlichen Kirchen in Attendorn aber auch Prominente wie Bürgermeister und Landrat kleine Geschichten vorlesen und das jeweils jüngste Kind das neue Licht am riesigen Wichernkranz anzündet.


Die Katechumenen der evangelischen Gemeinde stellten in der Erlöserkirche die Szene nach, wie Johann Hinrich Wichern seinen ersten Adventskranz aufbaute.

Foto: Karl-Hermann Ernst

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