Sonnenschule Attendorn im Tierheim Olpe„Frau Klose, jetzt denk endlich dran, du wolltest noch Haustiere mit uns machen vor den Sommerferien!“ so bestürmten die Kinder der Klasse 2 c der Sonnenschule ihre Klassenlehrerin. Sie „brannten“ regelrecht auf das Thema „Haustiere“. Und so ließ sich Angela Klose überreden und machte dieses Thema zu einem Schwerpunkt im Unterricht.

Während einige der Zweitklässler sich sehnlichst schon lange ein eigenes Tier wünschen, ist für viele Kinder der Klasse ein Haustier seit Jahren bereits fester Bestandteil des Familienlebens. Alle kleinen Tierbesitzer waren sich ausnahmsweise einmal in einem Punkte einig: Hamster, Kaninchen, Vögel, Meerschweinchen, Katzen und Hunde machen das Familienleben lustiger und bunter. Aber sie machen auch traurig, wenn sie krank werden oder sterben. Und alle, die ein Tier zu Hause haben, beneiden es ab und zu ein wenig, weil es ihm in der Familie so gut geht. Es wird beschmust und braucht keine Hausaufgaben machen, kann nach Lust und Laune spielen und schlafen und bekommt immer leckeres Futter.

Sonnenschule Attendorn im Tierheim Olpe
Mit einem Fototermin begann der Besuch der Klasse 2 c der Sonnenschule im Tierheim Olpe

Höhepunkt des wochenlangen Unterrichts war am vergangenen Dienstnachmittag der gemeinsame Besuch im Tierheim in Olpe-Rüblinghausen. Hier konnten und mussten die Schülerinnen und Schüler erleben, dass es auch Haustiere gibt, denen es nicht so gut geht wie den eigenen, weil die Menschen vor dem Kauf nicht ausreichende Überlegungen angestellt haben oder keine dauerhafte Verantwortung für das Tier übernehmen wollen.

Obwohl von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die unfreiwilligen Heimbewohner alles Mögliche getan wird, um ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, war für alle Kinder die Botschaft der bettelnden Hunde und Katzen eindeutig: Ich will hier raus und möchte ein richtiges Zuhause mit mehr Auslauf und lieben Menschen, die sich um mich kümmern!

„Der hat keine Mama und keinen Papa, wie schrecklich!“, sagte Celine traurig, als sie vor Phoebes Hundezwinger hockte und beobachtete, wie das winselnde Tier sich gegen die Gitterstäbe drückte, in der Hoffnung, ein wenig Körperkontakt zu bekommen.

Warum Phoebe und seine Kumpel im Tierheim gelandet sind, erklärte Christoph Schütz, ehrenamtlicher Mitarbeiter und Pflegestellenleiter des Tierheims, den Kindern: „Die meisten Hunde sind Scheidungsopfer, andere werden vor den Ferien ausgesetzt, oft haben die Menschen auch angeblich keine Zeit und kein Geld mehr für das Tier, manchmal ist ein Baby unterwegs oder jemand hat eine Allergie gegen das Tier bekommen. Und dann muss das Tier weg, so schnell und einfach wie möglich.“

Von der Mitarbeiterin Daniela Kremp erfuhren die Kinder, dass jedes neue Tier zunächst geimpft, mit einem Chip versehen, tätowiert, entwurmt und meist auch kastriert wird und damit enorme Kosten für das Tierheim verbunden sind. „Wir haben monatlich ca. 2 – 3000 € alleine an Arztkosten, es werden zwischendurch ja auch Tiere krank, hinzu kommen dann auch noch Kosten für Futter, Schlaf- und Spielplätze und andere Dinge.“ so Daniela Kremp.

An dieser Stelle freuten sich die Zweitklässler ganz besonders, denn sie hatten so viele Futter- und auch Geldgeschenke für die Heimbewohner mitgebracht, dass eine ganze Schubkarre davon voll wurde. Josefine Arens hatte sogar extra ein paar Tage vor dem Besuch des Tierheims ein Sparschwein bei der Arbeitsstelle ihres Vaters aufgestellt, und mit dieser originellen Idee immerhin 25 € für die Tiere erwirtschaftet.

Wer auch gerne helfen möchte in Form von Futter- oder Geldspenden oder durch ehrenamtliche Tätigkeiten (es gibt zum Beispiel den jungen Pfötchenclub!), ist jederzeit herzlich willkommen. Näheres unter www.tierheim-olpe.de.

 

Fotos: khe

Sonnenschule Attendorn: Ein Besuch im Tierheim

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