Von der Ruhrquelle in Winterberg bis zur Mündung der Ruhr in den Rhein, in Duisburg, verläuft der 230 km lange Ruhrtal Radweg. 2006 eröffnet, wird dieser komplett ausgeschilderte Weg jährlich von tausenden Radtouristen genutzt.

Warum die Strecke nicht mal nonstop ablaufen, dachte sich Jens Vieler, Extremläufer aus Hohenlimburg, und gründete die Tortour de Ruhr, Deutschlands längsten Nonstop Ultralauf.

Bei dieser Veranstaltung kann man sich nicht einfach anmelden, man benötigt eine persönliche Einladung vom Organisator. Vorraussetzung dafür sind eine entsprechende Ultra Erfahrung sowie der Besitz eines persönlichen Betreuerteams für diesen Lauf. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen werden die Läufer nämlich nur an wenigen Punkten mit Nahrung versorgt. Der Läufer ist komplett von seinem Team abhängig. Wer sich nicht die gesamte Tour zutraut, kann auch auf den 100 Meilen oder dem 100 km Bambinilauf starten.

(von links): Ulla Kaufmann, Rolf Kaufmann, Fabian Kaufmann

Rolf Kaufmann, vom TV Attendorn, hatte in diesem Jahr die Möglichkeit, zum erstem Mal an der Tortour de Ruhr teilzunehmen. Sein Betreuerteam bestand aus seiner Frau Ulla, selbst Ultra Läuferin, und seinem Sohn Fabian, die ihn während des Rennens versorgten.

Das Abenteuer begann am Pfingstsamstag um 08.00 Uhr in Winterberg, direkt an der Ruhrquelle. Um das 230 km entfernte Ziel zu erreichen, hatten die Läufer max. 38 Stunden Zeit, mehr nicht. Bereits am ersten Tag stiegen die ersten Teilnehmer aufgrund der Hitze vorzeitig aus dem Rennen aus.

Neben der Streckenlänge und der Versorgung bereitete vielen auch die Orientierung große Schwierigkeiten. Besonders in der Nacht kamen viele von der Strecke ab, trotz guter Beschilderung und GPS Systeme. Bitter, wenn man bei solch einer langen Strecke noch Umwege laufen muss.

Auch am zweiten Tag brannte die Sonne wieder erbarmungslos, so dass das Teilnehmerfeld weiter schrumpfte. Jeder Teilnehmer beschäftigt sich irgendwann mit dem Aufgeben; besonders bei Rennen über mehrere Tage. Die Läufer, die sich noch durchs Rennen quälten, wurden immer wieder von Helfern und Passanten motiviert, weiter zu machen.

Nach 35 Stunden und 7 Minuten war auch für Rolf Kaufmann das Ziel endlich erreicht. Er hatte es ohne größere Schäden überstanden. Es war ein extremes Erlebnis, welches man aber in dieser Intensität nicht so häufig braucht.

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