In Attendorn wird in wenigen Wochen mit dem kompletten Neubau eines Standortes eines Jobcenters für den Kreis Olpe begonnen. Die entsprechenden Verträge wurden in diesen Tagen im Rathaus der Hansestadt unterzeichnet.

Die Agentur für Arbeit Siegen und der Kreis Olpe haben zum 01.01.2011 eine gemeinsame Einrichtung zur einheitlichen Durchführung der Grundsicherung für Arbeitssuchende gebildet. Die gemeinsame Einrichtung führt seither den Namen „Jobcenter“. Nötig machte diese Neustrukturierung eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das die Arbeitsgemeinschaften aus kommunalen Trägern und Bundesagentur für Arbeit („ARGEn“) für verfassungswidrig erklärt hatte.

jobcenter attendorn
Die Stadt Attendorn wird ab 2013 Hauptsitz des Jobcenters Kreis Olpe. Dafür wird in der Hansestadt ein Gebäude gebaut. Die entsprechenden Verträge wurden in diesen Tagen im Attendorner Rathaus unterzeichnet. Vorne (von links): Kreisdirektor Theo Melcher, Bürgermeister Wolfgang Hilleke, Dr. Bettina Wolf (Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen), Hans-Georg Völmicke (Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Olpe). Hinten (von links): Klaus Hesener (Kämmerer Stadt Attendorn), Carsten Graumann (Beigeordneter Stadt Attendorn), Melanie Höcker (Beraterin Führungsunterstützung Arbeitsagentur), Ludger Gabriel (Amtsleiter Liegenschaften Stadt Attendorn).

Ende Januar 2011 beschloss dann die Trägerversammlung des Jobcenters, das Dienstleistungsangebot auf drei Standorte im Kreis Olpe zu konzentrieren. Bislang ist die Bundesagentur für Arbeit in allen sieben Kommunen des Kreises Olpe vertreten. Durch das neue Standortkonzept sollen die Dienstleistungsangebote kundenorientiert gebündelt und organisatorische Synergien erzielt werden.

An den Standorten in Olpe, Lennestadt und Attendorn steht den Kunden auch zukünftig ein vollumfängliches Angebot der Leistungsgewährung sowie der Arbeitsvermittlung zur Verfügung. Zusätzlich wird es noch ein Leistungsangebot in Finnentrop geben.

Als problematisch bei der Standortsuche in Attendorn erwiesen sich zunächst die durch die Zentralisierung deutlich höheren Flächenbedarfe des Jobcenters von über 900 m². Schnell wurde den Beteiligten deutlich, dass ein solcher Büroflächenbedarf nicht in bestehenden Immobilien würde gefunden werden können.

Deshalb entstand im Attendorner Rathaus die Idee eines kompletten Neubaus. „Wir wollten das Dienstleistungsangebot für unsere Bürgerinnen und Bürgern unbedingt in der Stadt erhalten“, begründet Bürgermeister Wolfgang Hilleke seinen besonderen Einsatz für dieses Projekt.

Den unter der Federführung von Baudezernent Carsten Graumann erarbeiteten Neubauplänen am Standort Ecke Ziegelofenweg/Hansastraße (oberhalb des alten ALDI-Standortes) stimmte der Rat der Stadt Attendorn im Dezember 2011 zu.

Das Gebäude hat die Ausmaße 31,50 Meter x 18 Meter und verfügt über eine Grundrissfläche von ca. 1.700 m². Die Zufahrt erfolgt über die Kölner Straße und den Ziegelofenweg. In dem dreigeschossigen Gebäude befinden sich im Erdgeschoss (zum Ziegelofenweg) Tiefgaragen und Technikräume. Im 1. Obergeschoss, welches besonders publikumsintensiv genutzt werden soll, erfolgt der direkte Zugang ebenerdig von der Hansastraße aus. Dort werden zwölf Büros untergebracht. Durch den Neubau werden auch die räumlichen Voraussetzungen für die Integration der Hauptverwaltung des Jobcenters geschaffen. So wird im 2. Obergeschoss die Verwaltung – der sogenannte „Overhead“ – des Jobcenters mit weiteren 13 Büros einziehen.

Der Neubau des Gebäudes erfolgt über die Vermögensverwaltungsgesellschaft der Stadt Attendorn mbH (VVG), einer 100%igen Tochter der Stadt Attendorn. Das Ausschreibe- und Vergabeverfahren wird im Mai 2012 abgeschlossen sein, so dass bereits Anfang Juni mit dem Neubau begonnen werden kann. Die Bauzeit wird etwa ein Jahr betragen. Die Baukosten belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro.

Bisher wurde das Gelände als öffentliche Parklatzfläche genutzt. Befürchtungen, dass das Stellplatzangebot durch den Neubau die Parkplatzsituation verschlechtern werde, sieht man in der Stadtverwaltung nicht. Denn durch die gleichzeitige Integration einer Tiefgarage in das Gebäude bleibt die Anzahl der öffentlichen Stellplätze nahezu unverändert.

An der Unterzeichnung der Verträge im Attendorner Rathaus nahmen neben Attendorns Bürgermeister Wolfgang Hilleke, Kämmerer und VVG-Geschäftsführer Klaus Hesener, Carsten Graumann und Ludger Gabriel auch Kreisdirektor Theo Melcher, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen, Dr. Bettina Wolf, der Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Olpe, Hans-Georg Völmicke und die Beraterin Führungsunterstützung, Melanie Höcker, teil.

Kreisdirektor Theo Melcher, Dr. Bettina Wolf und Hans-Georg Völmicke waren sich einig: „Durch den Neubau haben wir die einmalige Chance zur Schaffung optimaler Strukturen und damit eines passgenauen Angebotes. Arbeitsabläufe können so weiter optimiert und Synergien so besser genutzt werden. Das alles wird den Service für unsere Kunden und Kundinnen deutlich verbessern.“

Auch Bürgermeister Wolfgang Hilleke zeigte sich hocherfreut als die Tinte auf den Verträgen getrocknet war: „Dies ist ein großartiger Tag für unsere Stadt. Ich bin sehr froh, dass durch den Neubau des Jobcenters in Attendorn das Dienstleistungsangebot für unsere Bürger nicht nur erhalten, sondern auch deutlich erweitert werden kann. Da Attendorn zudem Hauptsitz des Jobcenters im Kreis Olpe wird, entstehen insgesamt rund 30 neue Arbeitsplätze in unserer Stadt.“

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