In manchen Familien ergeben sich im Laufe des Lebens Probleme, die so gravierend sind, dass das Kind oder der Jugendliche nicht mehr bei seinen Eltern leben kann.

Eine Unterbringung in einer Pflegefamilie für einen kürzeren oder längeren Aufenthalt hat den Vorteil, dass die Pflegekinder in einem familiären Rahmen leben, in dem sie stabile Strukturen, Zuwendung und individuelle Unterstützung erfahren.

In Deutschland leben etwa 50.000 Pflegekinder unter 18 Jahren in einer Pflegefamilie. Davon bestehen ca. 130 Pflegeverhältnisse im Kreis Olpe.

Die Mitarbeiter des VIENTO-Teams im Kreis Olpe stellen nach nun gut einem Jahr praktischer Arbeit im Pflegekinderdienst fest, dass insbesondere die Zahl der jungen Heranwachsenden, die langfristig in einer Pflegefamilie untergebracht werden sollen, steigt.

vorne von l.: Petra Vieregge, Walter Dreisbach, Tanja Maassen | hinten von l.: Dorothea Klanderman, Nathalie Müller, Birgit Stupperich

 

Diese jungen Heranwachsenden sind Jugendliche wie alle anderen. Aufgrund ihres Alters haben sie jedoch meist mehr schmerzhafte Erfahrungen gemacht, als noch jüngere Kinder. Viele von ihnen wissen gar nicht mehr, wie sich eine unbelastete Zeit als Teenie anfühlt. Zu oft mussten sie zuhause lange Zeit den gesamten Haushalt bewältigen, die Geschwister versorgen und sich um die Einkäufe kümmern. Eigene Interessen wurden in Folge von Zeitmangel ebenso reduziert, wie das Ausgehen mit Freunden. Auch anhaltend belastende Gedanken und Gefühle hindern diese Jugendlichen häufig an der kontinuierlichen Erledigung des geforderten Schulstoffes.

Nicht nur eine Familie im herkömmlichen Sinn kann Pflegekinder aufnehmen. Auch gleichgeschlechtliche oder unverheiratete Paare sowie Alleinlebende können Pflegeeltern werden. In erster Linie sollten sie Freunde am Zusammenleben mit Kindern oder jungen Heranwachsenden haben. Toleranz, Flexibilität und eine Portion Gelassenheit helfen, die neuen Herausforderungen zu meistern.

Wer ein Pflegekind aufnimmt wird nicht sich selbst überlassen. Pflegefamilien haben Anspruch auf Beratung und werden von den VIENTO-MitarbeiterInnen unterstützt. Im Kreis Olpe hat sich das Team des Pflegekinderdienstes dezentral aufgeteilt. Dadurch werden die Pflegeverhältnisse in den einzelnen Kommunen jeweils von einem Mitarbeiter kontinuierlich begleitet. Das bedeutet, dass alle Pflegefamilien feste Ansprechpartner bei Fragen oder in Konflikt-oder Krisensituationen haben. Ein Vorteil ist, dass sich nach Jahren gemeinsamer Zusammenarbeit ein Vertrauensverhältnis entwickelt hat, welches ein offenes und ehrliches Miteinander erleichtert. Zufriedenstellende Lösungen können auf dieser Grundlage schneller entwickelt werden.

Alles, was interessierte Personen wissen müssen, um Pflegeeltern werden zu können und alles, was sie wissen möchten, um sich die Aufgabe als Pflegemutter oder Pflegevater besser vorzustellen, erfahren Sie in einem persönlichen Gespräch mit einer Viento MitarbeiterIn. Im Rahmen eines gemeinsamen Treffens oder in einem ersten Telefonat können brennende Fragen beantwortet werden und erste Schritte hin zu einem eigenen Pflegekind besprochen werden.

Frau Müller, Tel. 02761- 8368- 16 31 oder www.ksd-olpe.de

1 Kommentar

  1. Liebes Viento-Team, gibt es bereits neue Termine zu Infoveranstaltungen für werdende Pflegeeltern 2013? Würde mich über Kontakt freuen. Einen guten Start ins neue Jahr:
    Astrid Hönninger

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