Am Sonntag, 25. März 2012, wird um 15 Uhr im Südsauerlandmuseum Attendorn die Ausstellung „Deutschländer – Fünfzig Jahre türkische Nachbarschaft“ eröffnet.

Postkarte Ausstellung Deutschlaender - Südsauerlandmuseum Attendorn

„Auf nach Deutschland“ hieß es vor einem halben Jahrhundert. Vor 51 Jahren trat das türkisch-deutsche Anwerbeabkommen in Kraft, welches vielen Menschen den Aufbruch in eine neue Welt ermöglichte.

Deutschlaender - Ausstellung Südsauerlandmuseum Attendorn Migration und Integration haben Deutschland und hier besonders Nordrhein-Westfalen auch in der Vergangenheit geprägt. Schon seit Jahrhunderten kamen Handwerker, Kaufleute und Soldaten aus allen Himmelsrichtungen aus den unterschiedlichsten Gründen nach Deutschland – und blieben.

In den Jahren des „Wirtschaftswunders“ machte sich in der Bundesrepublik steigender Bedarf an Arbeitskräften bemerkbar. Daher schloss die Bundesregierung von 1955 bis 1968 mit mehreren Staaten Anwerbeabkommen, darunter 1961 mit der Türkei. Diese vertragliche Regelung war der Beginn einer türkischen Einwanderung in die Bundesrepublik Deutschland.

Einige der angeworbenen Arbeiter und ihre Familien, die als Gastarbeiter bezeichnet wurden, haben nun eine 50-jährige deutsche Geschichte aufzuweisen und leben bereits in der dritten Generation in Deutschland.

Deutschlaender - Ausstellung Südsauerlandmuseum AttendornAus „Gastarbeitern“ waren de facto Einwanderer geworden. Von den im Kreis Olpe lebenden knapp 10.000 ausländischen Mitbürgern stammt gut ein Drittel aus der Türkei. Sie stellen damit den größten Anteil unter den eingewanderten Bevölkerungsgruppen.

Migration ist in den letzten Jahren auch ein Museumsthema geworden. Museen setzten sich mit der Frage auseinander, wie sie die Realität einer Zuwanderungsgesellschaft in Sammlungen, Ausstellungen und Forschungen berücksichtigen können.

Die Ausstellung im Südsauerlandmuseum, die bis zum 6. Mai 2012 laufen wird, bildet einzelne Lebenszusammenhänge ab: Die Wohnung als Refugium der Frauen, die Moschee als Bereich der Männer. Arbeit und Freizeit, Hochzeit und Kindheit im Sauerland sind weitere Themen und stellen einen Teil der Alltagskultur unserer Zeit dar.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Wolfgang Hilleke führt Museumsleiterin Monika Löcken in die Ausstellung, die musikalisch begleitet wird, ein.

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