Mütter und Väter mit familiärer Verantwortung scheitern nicht selten bei der Realisierung ihres Wunsches, eine Berufsausbildung zu absolvieren. Viele Frauen und Männer ohne Berufsausbildung betreuen Kinder oder versorgen pflegebedürftige Angehörige. IN VIA, Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit, Fachverband im Caritasverband für den Kreis Olpe e.V. , bietet ihnen jetzt eine Perspektive, mit dem Projekt „Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen“ (kurz TEP) eine qualifizierte Berufsausbildung zu erlangen. Gleichzeitig sichert diese Projekt Betrieben hoch motivierte Arbeitskräfte mit guten sozialen und organisatorischen Kompetenzen zu und das in Zeiten von drohendem Fachkräftemangel.
Durch zwei flexible Ausbildungszeitangebote haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, Familie und Berufsausbildung miteinander in Einklang zu bringen. Zusätzlich erhalten sie Unterstützung und Begleitung durch IN VIA.

So bleibt bei der ersten Variante die Dauer der Ausbildung gemäß der Ausbildungsordnung bestehen. Die wöchentliche Ausbildungszeit wird jedoch auf 25 Wochenstunden einschließlich Berufsschulunterricht reduziert.

Kirsten Plassmann - IN VIA
Kirsten Plassmann ist Ansprechpartnerin bei IN VIA

Bei der zweiten Möglichkeit kann die Ausbildungszeit um bis zu ein Jahr verlängert werden. Die wöchentliche Zeit im Ausbildungsbetrieb und in der Berufschule beträgt mindestens 20 Wochenstunden. „Der Unterricht in den Berufsschulen wird bei beiden Modellen nicht gekürzt“, darauf weist Kirsten Plassmann von IN VIA ausdrücklich hin. Doch das ist noch nicht alles. IN VIA hilft auch bei der Suche nach dem richtigen Ausbildungsplatz. Bei Betreuungslücken für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige verfügt IN VIA neben möglicher finanzieller Hilfe auch über ein gut ausgebautes Netzwerk mit zahlreichen Hilfsangeboten.

Zunächst findet am Mittwoch, 14. März 2012 um 9.30 Uhr im Caritas- Beratungshaus in Olpe, Kolpingstraße 62, ein Informationsgespräch statt. Das Projekt TEP selber startet am 1. April mit einem Vorab- Coaching, einer Qualifizierungsphase, sowie einem Praktikum. „Wir erstellen zunächst mit jedem Teilnehmenden ein individuelles Kompetenzprofil um Fähigkeiten, aber auch Defizite zu erkennen. Letztere versuchen wir zu vermindern, Fähigkeiten hingegen noch mehr zu stärken“, erklärt Kirsten Plassmann den Ablauf. Auch ein Bewerbungstraining kommt dazu. Nachdem der realistische Berufswunsch ermittelt ist, schließt sich ein Praktikum im geplanten zukünftigen Ausbildungsbetrieb an um zu sehen, ob die Wunschvorstellung mit der Realität übereinstimmt. Sollte dieses alles passen, beginnt die Ausbildung zum 1. August 2012. IN VIA wird sowohl die neuen Azubis als auch die Betriebe weitere 8 Monate individuell begleiten und unterstützen. „Wer weitere Fragen zu TEP hat oder eine Kinderbetreuung während des Informationsgespräches benötigt, kann sich gerne mit mir in Verbindung setzen“, erklärt Kirsten Plassmann. Tel Nr. 02761/9211711.

Die Möglichkeit, eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren, ist übrigens nicht neu, sondern wurde bereits im Jahr 2005 gesetzlich verankert. Tatsache ist aber, dass sowohl Auszubildende als auch Unternehmen immer noch unzureichend über diese Möglichkeit informiert sind. Dies zu ändern und Beispiele guter Praxis bekannter zu machen, ist ein wichtiges Anliegen des TEP – Projektes.

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