In der Sitzung des Arbeitskreises Schwalbenohl vom 15. November 2011 standen die von Studierenden der Universitäten Siegen, Köln, Dortmund und Bochum erarbeiteten vier Handlungsschwerpunkte für die „Quartiersentwicklungsplanung Attendorn-Schwalbenohl“ im Mittelpunkt der Beratungen. Nach eingehender Diskussion waren sich die Anwesenden einig, dass das Projekt „Neue Mitte Schwalbenohl“ das für die Entwicklung des Ortsteils wichtigste sei.

Die Schaffung einer Quartiersmitte ist von großer Bedeutung. Alle Bewohnergruppen erkannten den Bedarf an Gemeinschaftseinrichtungen in Bezug auf die neue Mitte, einen zentralen Platz. Dieser Platz ist Austauschplattform, Marktfläche, Verweilort, Treffpunkt, Spiel- und Aktionsraum. Gestärkt wird dieser Platz noch durch den Umbau und die Umnutzung des Gebäudes der Wohnungsgenossenschaft direkt an der Platzanlage. Im Bereich des Erdgeschosses werden anstelle einer Wohnnutzung soziale Dienste, Beratungs- und Betreuungseinrichtungen in den Platzzusammenhang integriert.

Im weiteren Umfeld, in der „Kernzone“ sind Wohnumfeldverbesserungen geplant, die bestehende Ideen der Bewohner aufgreifen, wobei eine verbesserte Zugänglichkeit der Gebäude und der barrierefreie Umbau von Wohnungen besonders für ältere Menschen im Mittelpunkt stehen. Damit entsteht ein Modellprojekt, das die Bewohner in ihrem Lebensumfeld stärkt und länger am gemeinschaftlichen Leben teilhaben lässt.

Denn es gibt mehr und mehr alte Menschen im Schwalbenohl, die solches Wohnen gerne in Anspruch nehmen würden, dafür aber in die Stadtmitte (oder noch weiter weg) umziehen müssten. Viele von ihnen würden jedoch gerne im Schwalbenohl bleiben, ihrem gewohnten Umfeld mit bestehenden sozialen Kontakten.

Die Realisierung dieses Projektes ‚Neue Mitte Schwalbenohl’ ist allerdings nur in Zusammenarbeit und mit Zustimmung der Stadt Attendorn und der Wohnungsgenossenschaft zu erreichen. Daher wurden zur Sitzung des Arbeitskreises am 1. Februar 2012 Bürgermeister Hilleke und der Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft Herr Naumann eingeladen.
Bürgermeister Hilleke begrüßte die Grundaussagen des Konzepts der Studentengruppe. Er wolle die Projekte im Schwalbenohl unterstützen und begleiten: „Die Stadt ist mit im Boot.“ Die Hauptarbeit aber müsse der Arbeitskreis leisten. Der 1. Beigeordnete der Stadt Graumann sah neben dem Aspekt der baulichen Gestaltung vor allem die Notwendigkeit der Eigeninitiative im Schwalbenohl. Für ihn ging es dabei vor allem darum, das Gestaltete, wie z.B. den zentralen Platz, „mit Leben zu füllen“.

Für Herrn Naumann ergaben sich bei manchen Planvorstellungen, wie z.B. bei neuen Wegeverbindungen in der Kernzone, Probleme, da sie Privatgrundstücke – insbesondere der Wohnungsgenossenschaft – berührten.
Einer Realisierung des vom Arbeitskreis angesprochenen Projektes „Betreutes Wohnen“ räumte er keine Chancen ein. Im Kreis Olpe bestehe laut Bedarfsplan nicht die Notwendigkeit der Schaffung solcher Wohnungen und so gebe es auch keine öffentlichen Mittel für ein derartiges Projekt. Die Wohnungsgenossenschaft baue jedoch schon seit längerem in ihren Mietshäusern Erdgeschosswohnungen zu „barrierearmen“ Wohnungen um. Zudem sah Herr Naumann Chancen für ein gemeinsames Wohnen mehrerer älterer Menschen in einer gemeinsamen großen Wohnung mit Unterstützung im Haushalt, in der jeder Mieter seinen eigenen privaten Bereich behalte.

Bürgermeister Hilleke war der Meinung, dass im Zusammenwirken von Stadt und Wohnungsgenossenschaft die Gestaltung eines zentralen Platzes verwirklicht werden könne. Es sei allerdings nicht sinnvoll, nur einen Platz anzulegen. Im Erdgeschoss des angrenzenden Gebäudes sollten neben der angesprochenen Umnutzung auch andere Nutzungen möglich sein, wie z. B. kleine Geschäfte.

Laut Herrn Graumann von der Stadtverwaltung müssten solche Einrichtungen nicht als Konkurrenz zu vorhandenen Läden gesehen werden sondern könnten Frequenzbringer sein, was den anderen – auch der Apotheke – zu Gute kommen könnte.

Herr Naumann zeigte sich diesen Vorschlägen gegenüber offen. Er sah eigentlich keine Probleme darin, die Erdgeschosswohnungen „leer zu ziehen“ und eine Umnutzung einschließlich der nötigen Umbaumaßnahmen durchzuführen.

Bürgermeister Hilleke war der Meinung, dass ein schrittweises Vorgehen vonnöten sei. Die Stadt werde sich mit der Wohnungsgenossenschaft zusammensetzen, um zu überlegen, wie eine Randnutzung des Platzes aussehen könne. Man werde sich verwaltungsintern mit der Wohnungsgenossenschaft abstimmen und dann wieder auf den Arbeitskreis zukommen.

Ein weiterer Punkt der Besprechungen war die Situation des Einzelhandles im Schwalbenohl.
Hier wurde insbesondere die immer schlechter werdende Versorgung der Bevölkerung beklagt. Der Einzelhandel im Schwalbenohl steht in Konkurrenz zu dem in Ennest und in der Innenstadt. Geeignete Verkaufsflächen und Parkplätze stehen nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Auf die Frage, was mit den Verkaufsflächen des Gebäudes der Wohnungsgenossenschaft am Kreisverkehr in der Danziger Straße geschehen solle, antwortete Herr Naumann, er sei für jede Nutzung offen. Allerdings finde sich derzeit kein Interessent, obwohl der Mietpreis für das Objekt erheblich gesenkt worden sei.

Der Sprecher des Arbeitskreises Jagusch bedankte sich bei allen Anwesenden für eine engagierte Mitarbeit und schloss die Sitzung mit dem Hinweis, dass nach Rückmeldung durch Stadt und Wohnungsgenossenschaft bezüglich einer möglichen Nutzung des an den Platz angrenzenden Erdgeschosses in der Dortmunder Straße die Arbeit weiter fortgeführt werde.

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