Bankensprecher Rudolf Siebert: „Ein Jahr mit Herausforderungen sehr gut gemeistert“ – Zunehmende Investitionsbereitschaft bei heimischen Unternehmen

„Wir sind mit der Entwicklung in 2011 zufrieden“ – nicht ohne Stolz und mit Freude über das gemeinsam Erreichte verwies Bankensprecher Rudolf Siebert (Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen) gemeinsam mit seinen Kollegen Lambert Stoll, Dietmar Bock sowie Peter Hundt und Bernd Griese (Volksbank Grevenbrück) während der Jahrespressekonferenz im Hotel Albus auf eine erfreuliche Entwicklung.

Die beiden Volksbanken sind gemessen an der Bilanzsumme weiter gewachsen. Diese stieg auf 820 Millionen Euro. Getragen von mehr als 33.300 Mitgliedern, 299 mehr als im Vorjahr, legten die Genossenschaftsbanken aber auch in anderen wichtigen Bereichen weiter zu. Zurückgeführt wird das in erster Linie auf „das nach wie vor hohe Vertrauen unserer Mitglieder und Kunden“, so der Vorstand. Bei den gewerblichen Kunden gibt es zudem eine klare Tendenz: Nach den Jahren der Zurückhaltung schauen sie positiv in die Zukunft und investieren in Anlagen und Ausrüstung. Florierende Geschäfte, volle Auftragsbücher und steigende Beschäftigungszahlen belegen den Optimismus der mittelständischen Wirtschaft in der Region. Dass die heimischen Betriebe 2011 die Krise hinter sich gelassen haben, zeigt auch der Blick in die Bilanzen der Volksbanken.

Die beiden Institute der genossenschaftlichen FinanzGruppe mit Sitz im Kreis Olpe, dem Mittelstand der Region traditionell eng verbunden, melden für das Jahr 2011 eine deutliche Belebung ihrer Geschäfte. „Die Gewinnsituation der Unternehmen hat sich spürbar verbessert. Die Investitionsbereitschaft und damit der Kreditbedarf sind deutlich gestiegen“, meinten die Vorstände unisono bei der Präsentation der Jahreszahlen.

Für die Bankenvertreter ging damit ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011 zu Ende. Das auf Sicherheit, Vertrauen, Nachhaltigkeit und persönlichem Kontakt zu Mitgliedern und Kunden basierende ‚Geschäftsmodell Genossenschaftsbank’ hat im Wettbewerb unter den Finanzdienstleistern weiter gepunktet. Während Abwertungen anderer Banken nicht mehr selten seien, habe die Rating-Agentur Standard & Poor‘s das Rating der heimischen Genossenschaftsbanken um eine Stufe auf AA- angehoben. Siebert: „Das ist ein Beweis unserer soliden Geschäftspolitik“.

Aufwärts ging es in 2011 auch mit den Einlagen. Um über neun Millionen Euro (plus 1,6 Prozent) erhöhten sich die Guthaben der Mitglieder und Kunden auf Giro-, Festgeld- und Sparkonten in den vergangenen zwölf Monaten. Zum Jahresende erreichten sie einen Stand von knapp 594 Millionen Euro. Vor allem kurzfristige Anlageprodukte wurden von Privatleuten und Firmen nachgefragt. „Die Kunden setzen auf eine schnelle Verfügbarkeit ihrer Gelder, um kurzfristig und flexibel reagieren zu können. Teilweise fehlt das Vertrauen in Politik und Wirtschaft bei längerfristigen Anlageentscheidungen“.

Als besonders bemerkenswert betrachten die Genossenschaftsbanker die Tatsache, dass sich das Plus bei den Kundenausleihungen auf 17,4 Millionen Euro oder 3,3 Prozent belief. Damit betrug das Kreditvolumen zum Jahresultimo 550 Millionen Euro. Rudolf Siebert: „Wir hatten in den vergangenen zwölf Monaten mit einem ausgesprochen gesunden Wachstum zu tun.“ Dass Kredite jetzt auch verstärkt in Erweiterungsinvestitionen fließen, stimme auch für die weitere Zukunft optimistisch.

Erfreulich verlief unter dem Strich auch die Entwicklung des Vermittlungsgeschäfts. Die guten Renditen und niedrigen Finanzierungszinsen der Bausparverträge lockten auf hohem Niveau weiteres Anlagekapital in diese Sparform.

Starke 39 Prozent Zuwachs verbuchten die Volksbanker bei den Lebensver-sicherungen. Neu abgeschlossene Verträge im Wert von 17 Millionen Euro standen am Jahresende zu Buche. Dieser Trend zeige, dass die Lebensversicherungsverträge auch weiterhin als sichere Anlage im Focus der Kunden stehen. Zudem bietet die Lebensversicherung Todesfallschutz und oder die zusätzliche private Rente!“, so die Bankvorstände.

Auch im Immobiliengeschäft wurden spürbare Zuwachsraten erzielt.

Die beiden genossenschaftlichen Kreditinstitute gehören zu den großen Arbeitgebern im Kreis Olpe. Für sie waren am Jahresende insgesamt 227 Frauen und Männer tätig – drei mehr als im Jahr zuvor. Davon befinden sich 26 noch in der Ausbildung. Mit ihrem Einkommen von mehr als zwölf Millionen Euro und die daraus resultierende Kaufkraft stärken sie die heimische Region ebenso wie die beiden Banken mit ihren Gewerbesteuerzahlungen in Höhe von 1,1 Millionen Euro, die Städte und Gemeinden finanziell unterstützen.

Das unbare Zahlen mit Bank- oder Kreditkarten erfreut sich bei den Kunden der Bankengruppe steigender Beliebtheit. Während die Anzahl der Bankkarten auf 41227 zunahm, war die Entwicklung der Kreditkarten noch erfreulicher: Die Zahl der Volksbank-Kunden mit Visa- oder Mastercards ist um mehr als zwölf Prozent gestiegen.

Eine weitere Attraktivitätssteigerung erhoffen sich die Bankleiter, wenn ab Herbst 2012 die Kunden für die VR-BankCard und die genossenschaftlichen Kreditkarten ihre persönliche PIN selbst wählen können. Die persönliche PIN-Wahl, die bisher nur bei sehr wenigen Banken in Deutschland möglich war, wird dann für die Mehrheit der Kunden der Volksbanken im Kreis möglich sein.

Die heimischen Volksbanken sind nah bei den Menschen in ihren regionalen Geschäftsgebieten. Sie treten vielfach als Sponsor für Vereine und Institutionen auf. In 2011 haben die Volksbanken im Kreis Olpe 189.000 Euro für soziale Zwecke ausgeschüttet.

Basel III ist das Stichwort für gravierende Veränderungen bei den Eigenkapitalrichtlinien der Kreditinstitute. „Da mit dem Jahr 2013 strengere Eigenkapitalanforderungen eingeführt werden, haben wir bereits jetzt mit den Vorbereitungen begonnen“, führt Vorstand Dietmar Bock aus.

Die Bankenaufsicht will damit erreichen, dass der Risikopuffer der Kreditinstitute größer und dadurch die Robustheit in Krisen verbessert wird. Bock: „Wir werden in 2013 die Eigenkapitalanforderungen erfüllen und somit auch in der Zukunft so sicher wie bisher als Finanzierer für die mittelständische Wirtschaft unserer Region zur Verfügung stehen“.

Auch die Umsetzung zahlreicher regulatorischer Maßnahmen und rechtlicher Anforderungen wird die Banken in 2012 beschäftigen. Deutliche Kritik übten die Bank-Vorstände an der weiteren Zunahme des regulatorischen Drucks. Neben Basel III belasten Compliance-Regelungen und Maßnahmen zum Verbraucherschutz die Kapazitäten der Banken. „Als Bank ist man hohen regulatorischen Anforderungen ausgesetzt. Daran wird sich wohl auch in absehbarer Zeit nichts ändern“ äußert Bankensprecher Lambert Stoll mit Bedauern.

Nicht einfach ist für die Bankleiter die Kapitalmarktentwicklung. Niedrige Zinsen und volatile Märkte erschwerten die Anlageberatung. „Im Augenblick agieren die Kunden und unsere Berater zurückhaltend“ stellte Peter Hundt fest. Als Lösungsansatz brauche man allerdings keine großen, neuen Konzepte. Man müsse in der Beratung transparent bleiben und im Sinne einer ganzheitlichen Beratung dem Kunden die Lösungen anbieten, die er tatsächlich braucht.

„Mittel- und langfristige Beziehungen zu unseren Kunden aufzubauen und zu pflegen ist nach wie vor das Gebot der Stunde, denn von der Krise profitieren nur die Institute, die wie die genossenschaftlichen Banken in der Region eine aktive, nachhaltige und auf Langfristigkeit angelegte kundenorientierte Kultur haben“, so Vorstand Bernd Griese.

Das Vertrauen der Kunden zu den heimischen Volksbanken ist uneingeschränkt vorhanden. Die im vergangenen Jahr weiter positive Mitgliederentwicklung auf mehr als 33344 Bank-Teilhaber spiegelt das gelebte Vertrauen der Kunden in die Volksbanken des Kreises Olpe wider.

Für Bankensprecher Rudolf Siebert wird 2012 das Jahr der Entscheidungen: „Die Euro-Probleme werden sicherlich weiterhin bestehen; aber wir gehen davon aus, dass das politische Umfeld stabil bleiben wird und wir von einer Rezession im EURO-Raum verschont bleiben“.

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