Erst in der vergangenen Woche wurde die Letzte ihrer Art abgerissen: Eine Baracke, die wie zahlreiche andere das Stadtbild Attendorns in der zeit des 2. Weltkrieges und danach geprägt haben.

Mit diesem Stück Zeitgeschichte beschäftigt sich eine Ausstellung des Vereins für Orts- und Heimatkunde im Senioren-Zentrum St. Liborius seit dem letzten Sonntag. Mit zahlreichen Originalfotos aus dieser Zeit werden für die Heimbewohner aber auch jeden anderen Besucher, soweit sie schon damals in der Hansestadt wohnten, Erinnerungen wach, die nicht immer zu den besten gehören.

Ausstellungseröffnung "Baracken in Attendorn"

Wie der Leiter des Heims, Uwe Beul, den bei der Ausstellungseröffnung Anwesenden in seiner Begrüßungsansprache erläuterte, handelt es sich bei Baracken um behelfsmäßige Unterkünfte, meist nicht unterkellert und einstöckig in Holzbauweise. Das Wort bezeichnete zunächst eine Soldatenunterkunft, wurde dann aber auch für die vorübergehende massenweise Unterbringung von Arbeiter, Flüchtlingen, Ausgebombten, Kriegsgefangenen, Internierten und Zwangsarbeitern genutzt.

Die Baracken waren, wie der Vorsitzende des Heimatvereins, Reinhard König, in seinen Eröffnungsworten deutlich machte, in Attendorn zunächst für die zahlreichen Zwangsarbeiter in den Firmen über das ganze Stadtgebiet verteilt.

Nach dem Ende des Krieges dienten sie dann als Bleibe für viele Attendorner. Auch Flüchtlinge, die es in die Hansestadt verschlagen hatte, wohnten vorübergehend in diesen Unterkünften. Anfang der 1960er Jahre wurden sie dann bis auf eine Ausnahme abgerissen oder abgebrannt, wobei sie wie im Frühjahr 1965 auf dem Schelmeskamp als Brand – Feuerwehrübung genutzt wurden.

Die Ausstellungseröffnung wurde musikalisch von Siegfried Jahn begleitet.

Wie durch diese Bilder der Ausstellung zahlreiche Erinnerungen von heutigen Attendorner wach wurden, zeigte sich schon am Tag der Ausstellungseröffnung, an dem zahlreiche Besucher intensiv vor den Bildern diskutierten. Es ist die fünfte Ausstellung dieser Art des Heimatvereins im Senioren-Zentrum, in der er die Geschichte der Stadt Revue passieren lässt.

Die Ausstellung ist noch bis Ende Februar während der Öffnungszeiten des Heimes zu besichtigen.

Ausstellungseröffnung - Baracken in Attendorn
Großes Interesse fanden die Bilder der Baracken im Attendorner Stadtgebiet bei den Besuchern schon am Eröffnungstag der Ausstellung.

 

Foto: Karl-Hermann Ernst

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