Grußwort von Bürgermeister Wolfgang Hilleke zum Jahreswechsel 2011-2012

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

Bürgermeister Wolfgang Hilleke - Attendornhabe ich bereits 2010 von einem ganz besonderen Jahr für uns und Attendorn gesprochen, so war der Blick in die „Glaskugel 2011“ wohl nicht tief genug. Die Welt lebt in einschneidenden und bewegten Zeiten und keiner vermag heute zu sagen, wo die Reise morgen hingeht. Denken Sie an die Atomkatastrophe von Fukushima, an die politischen Umstürze in Ägypten, Tunesien und zuletzt Libyen oder, was uns nahezu täglich in den Bann zieht, die bislang schwerste europäische Währungskrise verursacht durch hochverschuldete Mitgliedsstaaten.

Trotz dieser Hiobsmeldungen hat man gelegentlich den Eindruck, dass wir bislang relativ ungeschoren davon gekommen sind. Unsere Wirtschaft boomt, die Arbeitslosenzahlen erreichen Tiefststände und auch die finanzielle Lage der öffentlichen Haushalte hat sich entspannt, wenngleich weiterhin konsolidiert und gespart werden muss. Diese positiven Entwicklungen scheinen umso mehr für unsere Stadt zuzutreffen. Die aktuellen Haushaltszahlen werden der Stadt Attendorn in 2011 wohl Rekordeinnahmen bescheren! Diese Entwicklung gibt mir heute Gelegenheit, unseren heimischen Unternehmen ganz ausdrücklich für ihr erfolgreiches Agieren zu danken. Nur durch ihre hohe Innovationskraft und den unermüdlichen Einsatz von Unternehmensleitung und Belegschaft konnten wirtschaftlich schwierige und unsichere Zeiten überstanden werden. Eine Erfahrung, die Mut macht und die uns optimistisch in die Zukunft mit all ihren Herausforderungen blicken lässt.

Zu Recht kann man sagen, dass 2011 ein bewegtes Jahr war, indem wir – Politik und Verwaltung – viel angepackt haben. Denken Sie nur an die Fertigstellung der Nordumgehung, an die begonnene Weiterentwicklung unserer Schullandschaft, an die Einleitung der Neustrukturierung unserer Stadtwerke, um nur einige wenige Punkte hier aufzählen zu wollen.

Das finanziell einmalig gute Jahr 2011 erlaubt es uns zudem, auch im kommenden Jahr viele Projekte anzupacken. Ich denke bspw. an die Entwicklung des Industriegebietes Fernholte/Eckenbachtal, den Ausbau von bereits von den Bürgern vorfinanzierten Anliegerstraßen, die Sanierung von Straßen und Kanälen, die Umsetzung und Finanzierung von Klimaschutzprojekten und energetischen Sanierungsmaßnahmen, die infrastrukturellen Verkehrslenkungsmaßnahmen nach Fertigstellung der Nordumgehung oder die Instandsetzung von öffentlichen Gebäuden.

Vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft und eines wachsenden Fachkräftemangels gilt es auch in Attendorn, die sogenannten „weichen“ Standortfaktoren auszubauen und zu stärken. In diesem Zusammenhang sind z. B. auch die geplanten Maßnahmen zur Tourismusförderung rund um den Biggesee zu sehen.

Dies alles sind nachhaltige Investitionen in die Zukunft unserer schönen Stadt, ohne dabei allerdings vom Konsolidierungskurs abzuweichen. Denn nicht nur ein mögliches Ende der positiven Konjunkturentwicklung in 2012, sondern insbesondere die dramatische Entwicklung der Sozialausgaben und das damit verbundene Explodieren der Kreisumlage müssen uns mahnen, den Weg der Haushaltskonsolidierung konsequent fortzusetzen.

Überall liest man, die Welt wird nicht einfacher sondern immer komplexer. Eine Erkenntnis, die ich als Bürgermeister nur bestätigen kann. Wir haben aber in Attendorn dass Potenzial, mit der Kraft und der Stärke unserer Stadt und ihrer Menschen die vor uns liegenden Herausforderungen mit Mut und Zuversicht anzunehmen. Getragen von einer großartigen Kultur des Ehrenamtes in unserer Bürgerschaft und einer breiten Zustimmung in der Bevölkerung, in den Vereinen, in den Unternehmen und Einrichtungen haben wir in den vergangenen Jahren gemeinsam krisenreiche Zeiten mit großem Erfolg durchschritten und dabei Vieles erreicht! Hierzu allen Beteiligten mein ganz herzlicher Dank.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wie Sie aus den vergangenen Jahren wissen, verbinde ich mit dem Grußwort zum Jahreswechsel gerne ein Sprichwort zum Innehalten. In diesem Jahr habe ich bei der Vielzahl der bereits erhaltenen Weihnachtsgrüße einen Spruch des römischen Dichters Ovid gelesen, der mir besonders gut gefallen hat und in diese Tage passt:

„Nimm dir Zeit. Ein Acker, der ausruhen konnte, liefert prächtige Erträge.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen nun noch eine besinnliche Weihnachtszeit, frohe und gesegnete Festtage im Kreis Ihrer Lieben sowie ein friedliches, gesundes und erfülltes Jahr 2012


Ihr

Wolfgang Hilleke
Bürgermeister
Attendorn, im Dezember 2011

4 Kommentare

  1. Herr Bürgermeister, ich habe Ihre Ansprache gelesen. Sie als vermeintlich kluger Mann sollten doch wissen, daß es geschlechtsneutrale Wörter in unserer Sprache gibt. Und dazu zählt auch das Wort „Bürger“. Es gibt also nur Bürger und keine Bürgerinnen. Sie wollen doch wohl nicht zu denen gehören denen man PISA anlastet. Oder ? Genauso gibt es nur Soldaten und keine Soldatinnen; womöglich sagen auch noch Leute „Offizierin“ oder „Feldwebelin“.
    Das ist nun mal so bei unserer Sprache. Eine Wortquote bzgl. Frauen haben wir nicht.
    Übrigens: Frau Merkel weiß das, sie spricht nur von Bürgern. Und meint damit auch die weiblichen Bürger.
    Ihnen frohe Weihnachten und alles Gute in 2012

  2. Hallo Herr Schultenkämper,

    Vielen Dank für Ihren Hinweis bezüglich geschlechtsneutraler Wörter. Mir selber ist dies nicht aufgefallen da ich mich auf den Inhalt des Weihnachtsgrußes konzentriert habe. Aber die Zeiten sind nicht mehr so wie sie früher waren. Ich selber habe für mich entschieden den modernen Zeiten aufgeschlossen gegenüberzustehen. Um nicht in den Verdacht zu geraten ein Chauvinist zu sein, ist es für mich selbstverständlich beim herrichten des Frühstücks meine Frau zu fragen ob ich für mich einen Eierbecher und für sie eine Eierbecherin platzieren soll. Dies nur als ein Bespiel. Ich wünsche Ihnen mit Ihren Lieben ein schönes friedliches und besinnliches Weihnachtsfest.

    Klaus Keseberg

  3. Guten Tag Herr Keseberg,

    Neuzeit hin oder her, wichtig ist doch, daß wir alle richtig deutsch sprechen und unsere schöne Sprache nicht verkommen lassen.

    MfG
    Schultenkämper

  4. Herr Schultenkämper,

    Keiner will das unsere Sprache verkommt.
    Rede-und Schreibweisen ändern sich denn eines ist unsere Sprache niemals gewesen, statisch.

    „Es gibt nur ein Mittel, um so zu sprechen und zu schreiben, daß man niemals aus der Mode kommen kann: man muß aufrichtig sprechen und schreiben!“

    Ralph Waldo Emerson

    Dies scheint mir das wichtigste Kriterium zu sein.

    in diesem Sinne Ihnen und Ihren Lieben ein schönes Besinnliches Weihnachtsfest

    Klaus Keseberg
    CKnet

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