Ungewöhnliche Rhythmen in ungewöhnlichen Räumen präsentierte der Attendorner Kulturring bei seinem letzten Konzert in der Konzertreihe 2011.

Im Entrée des Südsauerlandmuseums – bei Kerzenlicht und mit Blick auf den illuminierten Marktplatz und Sauerländer Dom – begeisterte das „Trio Anima Vocalis“ die Zuhörer mit Musik aus der südamerikanischen und spanischen Literatur. Gerade den Kompositionen aus dem südländischen Raum gilt die besondere Vorliebe von Ikuko Jung-Mizugaki (Mezzosopran), Dominik Jung (Gitarre) und Arnim Klüser (Flöte), die seit drei Jahren als Trio in dieser Besetzung konzertieren.

Der ungewöhnlich warme und weiche Ton der Traversflöte gepaart mit einer technisch brillianten und äußerst virtuosen Gitarre ließ das Publikum gleich bei der Eröffnung aufhorchen und in seinen Bann ziehen. Die mit besonderer Leichtigkeit vorgetragenen brasilianischen Rhythmen in den Kompositionen von Celso Machado bildeten den Auftakt und gleichzeitig den Rahmen für die musikalische Reise „ Direction Sud“. In der Sonatina von Mario Castelnuovo- Tedesco und den Esquisses für Flöte und Gitarre von Benoit Schlosberg faszinierte Arnim Klüser durch eine wunderbare Klarheit und ein großes Volumen in der Tongestaltung, der Gitarrist Dominik Jung durch seine grandiose Virtuosität und unglaubliche Technik in der besonderen südländischen Spielart.

Trio Anima Vocalis
Trio Anima Vocalis im Südsauerlandmuseum

Besonders einfühlsam musizierten Dominik Jung und seine Frau Ikuko Jung- Mizugaki bei Liedern des modernen Komponisten Ernesto Cordero. Der 1946 geborene Komponist wuchs in Puerto Rico auf und nahezu alle seine Werke tragen die Handschrift seiner karibischen Wurzeln. Die Sängerin Ikuko Jung- Mizugaki überraschte bei ihrer zierlichen Figur durch ein großes Stimmvolumen und sorgte mit ihrer beeindruckenden Interpretation der Lieder „ Die Tochter des alten Pancho“, „ Die unendliche Reise“ und „ Mein Schmerz ist so groß“ für eine etwas nachdenkliche, sentimentale Stimmung.

Gemeinsam traten die Musiker – alle drei sind als Kollegen an der Fritz- Busch- Musikschule Siegen tätig- bei einem Werk des bedeutenden spanischen Komponisten Manuel de Falla auf. Aus den „Siete Canciones populares Espanoals“( Sieben spanische Volkslieder) hatte das Trio drei für das Attendorner Publikum ausgewählt. Während Arnim Klüser in den schnellen Sätzen seine enorme Fingerfertigkeit unter Beweis stellen konnte, vermochte das Ehepaar Jung die Zuhörer im ruhigeren Lied „ Nana“ mit getragenen Melodien zu verzaubern.

Geht es um südamerikanische Tonschöpfungen, dürfen Werke des Argentiniers Astor Piazolla nicht fehlen. Aus seinem Zyklus „ Histoire du Tango“ für Flöte und Gitarre wurden die mitreißenden Charakterstücke „ Tango 1900“ und „ Café“ ausgewählt und vom Publikum mit großem Applaus bedacht.

Hochzufriedene Gesichter bei den Besuchern und langer Beifall dankten den Künstlern für einen überaus gelungenen und stimmungsvollen Konzertabend im wunderschönen Ambiente des Südsauerlandmuseums.

Wer dieses Konzert verpasst hat, darf sich auf das neue Programm des Kulturrings der Stadt Attendorn für 2012 freuen, welches zu Beginn des nächsten Jahres veröffentlicht wird.

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