Große Freude bei Vertretern des Caritas-Zentrum Attendorn. Sie sind die diesjährigen Gewinner des Innovationspreises 2011 in Gold des Caritasverbandes Olpe. Für das Projekt „Beratung zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“ konnten Zentrumsleiter Uwe Beul und Uli Mertens, Leiter der Caritas-Station, sowie Stefan Tofote, Personalleiter der Firma Viega den Innovationspreis im Rahmen des CariTages in Altenhundem entgegen nehmen. Geschäftsführer Christoph Becker und Vorsitzender Lothar Epe überreichten den Preis, der mit 1000 Euro dotiert ist.

Der demographische Wandel könnte schon bald viel mehr Arbeitnehmer und Arbeitgeber treffen, als die Sorge um die Kinderbetreuung, denn jeder Mensch hat zwei Eltern, aber oft nicht mehr zwei Kinder. Sind pflegende Angehörige gleichzeitig berufstätig, wird dies zu einem Balanceakt: Die Pflegeaufgaben und die Anforderungen am Arbeitsplatz kommen sich oft in die Quere.

Was pflegende Berufstätige und Arbeitgeber unternehmen können, um die Situation zu entschärfen, darüber klären einmal im Monat Mitarbeiter der Caritas-Station Attendorn bei Firmen vor Ort auf.

Caritas-Viega-Innovationspreis
Caritas-Stationsleiter Uli Mertens (li) und Caritas-Zentrumsleiter Uwe Beul (re) freuen sich zusammen mit Dr. Norbert Staudacher, der Leiter des Geschäftsbereiches Personal bei Viega, über den Innovationspreis 2011 in Gold des Caritasverbandes Olpe.

Als Vorreiter zeigten sich die Firmen Viega aus Attendorn. In festen Sprechzeiten, die einmal im Monat dienstags von 10 bis 12 Uhr im Unternehmen angeboten werden, informiert das Team der Caritasstation seit nunmehr sechs Monaten über Möglichkeiten und Hilfe bei der Betreuung von zu pflegenden Angehörigen. Im Erstkontakt wird für das Thema sensibilisiert, über grobe Möglichkeiten informiert und bei weiterem Bedarf ein weitergehender Termin oder eine weitergehende Beratung vereinbart. „Unser Ziel ist ein maßgeschneidertes, auf den Einzelfall zugeschnittenes Lösungskonzept inklusiv einer Kalkulation der
wirtschaftlichen Auswirkungen, wie mit der Pflegesituation in Verbindung mit der beruflichen Tätigkeit konkret umgegangen werden kann“, erklärt Uli Mertens.

Ein Blick in die Statistik zeigt, Handlung ist dringend erforderlich. Bereits heute gelten über zwei Millionen Menschen in Deutschland als pflegebedürftig. Über zwei Drittel von ihnen werden zu Hause betreut. Für das Jahr 2020 rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit knapp drei Millionen Pflegebedürftigen. Hinzu kommen einige Millionen Fälle von etwas weniger schwer Hilfsbedürftigen, die ebenfalls überwiegend von Angehörigen umsorgt werden. Das weiß auch Dr. Norbert Staudacher, der Leiter des Geschäftsbereiches Personal bei Viega. „In Zeiten wo Fachkräftemangel immer stärker nachgefragt werden, können wir es uns als Arbeitgeber nicht leisten, auf gut ausgebildete Mitarbeiter zu verzichten, sei es durch eine unzureichende Kinderbetreuung, aber auch durch eine unzureichende Vereinbarkeit mit der Pflege von Angehörigen. Zufriedene Mitarbeiter, die auch ihr persönliches und familiäres Umfeld geregelt haben, haben den Kopf frei für die Arbeit und bringen dann ganz andere Leistungen. Dieses Angebot, das wir während der Arbeitszeit anbieten, ist für alle Beschäftigten offen, von der Fertigung bis zur Verwaltung.“

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