Publikum feierte das Jugendblasorchester des Kreises in Attendorn

Stehende Ovationen gab es für das Jugendblasorchester des Kreises Olpe in der Stadthalle Attendorn. Und hätte Dirigent Ingo Samp seinen 50 Musikerinnen und Musiker nicht den unmissverständlichen „Befehl“ zum Abmarsch von der Bühne gegeben, so hätte es wohl 5 oder mehr statt  zwei Zugaben gegeben. Aus 20 Musikvereinen des Kreises Olpe setzt sich das Jugendblasorchester 2011 zusammen und präsentierte sich in dem beeindruckenden Konzert glänzend aufgelegt. Andreas Bock, Vorsitzender des Kreismusikverbandes, freute sich bei seiner Begrüßung, nicht nur Landrat Frank Beckehoff und Vertreter der Kommunen begrüßen zu können, sondern etwa 350 Zuhörer aus allen Altersklassen und dem gesamten Kreisgebiet. „Das heutige Jugendblasorchester mit seinen über 50 Musikern ist so jung wie noch nie. Die jüngste Musikerin ist 14 Jahre und hat heute hier ihre Premiere“, freute sich Bock, darüber, dass das Orchester auch nach 12 Jahren noch nichts von seiner Faszination verloren hat.

Für das Konzert war zuvor eifrig geprobt worden, u.a. an einem Probenwochenende in Ennest. Und Ingo Samp zeigte sich nach dem Konzert sehr zufrieden mit der Leistung seiner Musikerinnen und Musiker, die in dem Konzert über sich hinaus wuchsen. Dem Dirigenten war es wieder gelungen, ein Programm zusammenzustellen, das Klassik und Moderne harmonisch kombiniert und gleichzeitig dem künstlerischen Anspruch des Orchesters gerecht wurde. Seine große Erfahrung als Berufsmusiker, Musikpädagoge und Dirigent bringt er seit nunmehr  zwölf Jahren in die Arbeit mit dem JBO ein. Zwar „klapperte“ hier und da mal ein Einsatz, aber dies nahm den jungen Musikanten niemand übel.

Schon mit dem Eröffnungsstück, dem imposanten Krönungsmarsch „Crown Imperial“ von William Walteon, stellte das JBO klar, dass hier keine blasmusikalische Hausmannskost geboten wurde. Quer durch alle Register verlangte Samp seinen Musikanten Höchstleistungen ab, mal standen Solisten im Rampenlicht, mal die Schlagwerker, mal die Holz- oder Blechbläser. Den einen oder anderen herauszunehmen, würde der Sache nicht gerecht werden, alle spielten ihre Stimmen mit Bravour  und es war beeindruckend, wie gut das Projektorchester, das sich ja nur zu wenigen Proben zusammenfindet, harmonierte. Die muntere Moderation von Julian Heinze ergänzte den sympathischen Gesamteindruck.

Zu den Höhepunkten gehörte die  „Greek Folk Song Suite“, eine griechische Volkslieder-Suite von Franco Cesarini mit einem tänzerischen Satz im 7/8-Takt, einem sehr gefühlvollem zweiten Satz und einem rasanten Finalsatz und das Werk  „Gandalf“ von Johan de Meij, einer klanglichen Biografie des berühmten Zauberers aus „Der Herr der Ringe“, mit magischen Klängen, einem schmetterndem Blechregister und extremen Anforderungen an das gesamte Orchester.

Nach der Pause nahmen Ingo Samp und das Orchester die Zuhörer mit auf den Berg „Pilatus“ am Vierwaldstätter See. Unterhaltsam klang der Abend nach der Filmmusik zum letzten Teil der Herr-Der-Ringe-Filme mit den bekanntesten Hits der legendären Pop-Gruppe Gruppe „Earth, Wind & Fire“ und den berühmtesten Melodien von Henry Mancini aus. Dass Samp die erste Zugabe, den letzten Teil aus „Mancini“ ohne Dirigat spielen ließ, unterstrich die Botschaft des Jugendblaorchesters an diesem Abend: Wir sind der Star!

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