Diakon Sven Vorderbrueck
Der neue Prädikant: Diakon Sven Vorderbrück

Einen bessere Termin hätte er sich für seine Verpflichtung gar nicht aussuchen können als den „Geburtstag der christlichen Kirche“, das Pfingstfest. So wurde Diakon Sven Vorderbrück aus Neu-Listernohl am Sonntag vom Superintendenten des Kirchenkreises Lüdenscheid/Plettenberg in sein neues Amt als „Prädikant“ für die evangelischen Kirchengemeinden Attendorn, Finnentrop und Grevenbrück im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Attendorner Erlöserkirche ein geführt. An ihm nahmen neben der Gemeinde zahlreiche Freunde und Gäste des Prädikanten sowie auch ein Vertrete der katholischen Schwestergemeinde teil.

Vorderbrück, der im Jahre 2000 seine Tätigkeit als Jugendsekretär für die drei Gemeinden aufnahm und in dieser Zeit auch seine Ausbildung zum Diakon beendete, hatte zuvor eine entsprechende Ausbildung durch die evangelische Kirche von Westfalen durchlaufen und damit unter Beweis gestellt, dass er eines der „Gemeindeglieder ist, die die Gabe der Verkündigung haben“ wie es im entsprechenden „Kirchengesetz über die Ordnung für die Wortverkündigung und die Sakramentsverwaltung durch Prädikantinnen und Prädikanten“ heißt.

Eine Prädikantin oder ein Prädikant (abgeleitet vom lateinischen praedicare = predigen) wurde früher als

Hilfsprediger, Laienprediger oder Ältestenprediger bezeichnet. Sie verfassen selbstständig eigene Predigten und dürfen innerhalb der evangelisch-landeskirchlichen Gemeinden frei verkündigen. Ihr Dienst ist prinzipiell ehrenamtlicher Natur.

Die Bezeichnung „Hilfsprediger“ ist noch aus den Zeiten des Zweiten Weltkriegs abgeleitet, als Pfarrfrauen und Kirchenvorsteher die fehlenden Pfarrer zeitweise ersetzen mussten. Im Zusammenhang mit der allgemeinen Aufwertung der Laien innerhalb der evangelischen Kirche wird der Prädikantendienst zunehmend im Licht des „Priestertums aller Gläubigen“ gesehen. Prädikanten können aufgrund ihrer persönlichen Geschichte und ihrer Verankerung im Berufsleben Erfahrungen in die Verkündigung einbringen, die Pfarrern nicht zur Verfügung stehen, weil deren Werdegang und Alltag ein weitgehend anderer ist. Daher sind sie nicht mehr nur Ersatz, sondern Ergänzung für das Gesamtbild der Verkündigung.

Superintendent Klaus Majoress - Erlöserkirche Attendorn
Superintendent Klaus Majoress(rechts) nahm die Beauftragung von Sven Vorderbrück im Festgottesdienst in der Erlöserkirche vor

In seiner Ansprache zur Beauftragung erläuterte Superintendent Pfarrer Klaus Majoress dem frischen Prädikanten eben diese neuen Aufgaben, wobei er launisch darauf hinwies, dass an diesem Tag für ihn eigentlich nichts hervorragendes Neues geschehe. Schließlich sie er den Gemeinden und auch dem Synodalvorstand gut vertraut als engagierter Mitarbeiter in der kirchlichen Arbeit. Da dürfte es so manchen Verkündigungsdienst bereits gegeben haben, sei es in Gottesdiensten, Bibelstunden, Freizeiten und so manchen anderem. Trotzdem geschehe jetzt etwas Neues. Er werden nunmehr beauftragt zur öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung. Das bedeute, dass er ab sofort den öffentlich-rechtlich geschützten Gottesdienst eigenständig und selbstverantwortlich leiten, in Verantwortung vor Gott selbst und zugleich im Schutz und Auftrag der Kirche. Er dürfe ab jetzt insbesondere neben der Verkündigung auch die Sakramente verwalten, das Abendmahl feiern, Taufen, Trauungen und Beerdigungen machen.

Diakon Sven Vorderbrück, dem nach seiner Beauftragung neben den beiden Attendorner Gemeindepfarrern Dr. Grote und Schliebener auch Freunde und Kollegen mit je einem Votum Segenswünsche zusprachen, hielt seine erste Predigt als Prädikant passend zum Pfingstfest über das Wirken des heiligen Geistes.

Praedikant Ev. Kirche Attendorn
Neben Superintendent Majoress (Mitte) sprachen auch Kollegen und Freunde sowie die beiden Attendorner Gemeindepfarrer je ein Votum

Fotos: Karl-Hermann Ernst

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