Umgeben von Seewerngraben, dem Schüldernhof und dem Bieketurm steht seit 25 Jahren das Seniorenhaus St. Liborius im Herzen von Attendorn. Heute ein wichtiger Bestandteil der Hansestadt, war seine Errichtung mit einigen Hindernissen verbunden. Seniorenhäuser gab es vor 25 Jahren nur wenige im Kreis. Doch die damalige Attendorner Gemeindeschwester Else Tump machte sich schon Mitte der 1970er Jahre Gedanken um die Errichtung eines Altenheimes und wurde zu einem wichtigen Motor für den Bau. Sie kam zu den Familien nach Hause und sah, was die Pflege kranker und alter Menschen für die Angehörigen bedeutete. Sie sah auch, was aus pflegebedürftigen Menschen wurde, die keine Angehörigen mehr hatten. Die Kirchengemeinde St. Johannes Baptist griff die Idee, ein Altenheim zu bauen, schließlich auf. Zuerst war als Standort ein Gelände der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist an der Hansastraße angedacht. Doch dann fiel die Wahl auf das heutige Gelände, was der Stadt Attendorn gehörte. Ein Tausch der Grundstücke machte dies möglich. Für den Bau des Altenheimes musste aber die noch stehende Villa Kutsch abgerissen werden. Hier gaben schließlich alle Stellen ihr ok. Die Kosten für den Abriss übernahm die Kirchengemeinde. 1980 wurden die Planungen für den Bau des Altenheims konkret. Die katholische Kirchengemeinde St. Johannes Baptist konnte den Verein für Caritasheime in Paderborn als Träger für das Projekt gewinnen, welcher dann im Auftrag der Kirchengemeinde den Bau verwirklichte.

25 Jahre Seniorenhaus St. Liborius Attendorn
Um 1960: Wo heute das Seniorenhaus St. Liborius steht, war damals die Firma und Villa Kutsch zu Hause.

Verbindungsmann und Ansprechpartner von Seiten der Kirchengemeinde war Heinz Halberstadt. Er war nicht nur bei der Sparkasse beschäftigt und kannte sich somit mit Zahlen und Finanzen aus, er war auch Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Zahlen spielten eine wichtige Rolle. Zum einen waren erst 126 Plätze geplant, die schließlich auf 112 reduziert wurden. Zum anderen ging es um die Finanzierung. 15,2 Millionen Mark kostete das ganze Projekt. Zehn Prozent stellte die Stadt Attendorn zur Verfügung, eine Millionen kam vom Kreis Olpe und sechs Millionen steuerte das Land NRW bei. 600.000 Mark musste die Kirchengemeinde aufbringen. Walter Viegener stellte eine Spende von 100.000 Mark zur Verfügung. Die restlich benötigten Finanzmittel kamen durch viele Spenden und helfende Hände zusammen.

Am 1. April 1984 konnte der erste Spatenstich für den Bau gemacht werde. Die Grundsteinlegung folgte am 16. Oktober 1984. Mit dem 1. Mai 1986 war schließlich der Tag gekommen, auf den alle gewartet hatten. Die ersten Bewohner zogen ins St. Liborius. Doch es war noch nicht alles so, wie es sein sollte. In einigen Bereichen waren die Handwerker noch fleißig. Trotzdem freuten sich die ersten 30 Bewohner auf ihr neues Zuhause, in dem „gleich was los ist.“

25 Jahre Seniorenhaus St. Liborius Attendorn
Im Herbst 1984 laufen die Bauarbeiten für das Seniorenhaus St. Liborius auf Hochtouren.

Am 21. Oktober 1986 konnte hoher Besuch im neuen Seniorenhaus St. Liborius begrüßt werden. Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt aus Paderborn segnete das Haus und seine Bewohner in einem feierlichen Gottesdienst. Die Hauskapelle wurde am 25. Juni 1986 durch Prälat Becker eingeweiht. Da die Mittel der Kirchengemeinde ausgeschöpft waren, war eine Ausstattung nur durch weitere Spenden möglich.

Schwester Else spendete die Fenster. Die Ikonen malte der Attendorner Künstler Heinrich Schmettkamp. Der Tabernakel war aus dem Bestand des Erzbistums Paderborn und wurde St. Liborius zur Verfügung gestellt. Altar und die Mutter Gottes sind aus der Privatkapelle von Lorenz Kardinal Jaeger.

Eins von vielen innovativen Ideen war die Eröffnung einer eigenen Cafeteria im Haus. Diese sollte nicht nur für die Bewohner des Hauses sein, auch Gäste waren und sind hier gern gesehen.
Doch das war für Seniorenheime in der damaligen Zeit etwas Ungewöhnliches und so stellte sich auch hier die Frage, wie diese Idee finanziert werden sollte.

Aber auch hier konnten die Initiatoren wieder auf die Attendorner bauen. Die St. Sebastian- Confraternität spendete die Einrichtung und schenkte der Sebastianusstube ihren Namen.
Das Seniorenhaus bekam seinen Namen „St. Liborius“ auf Wunsch des damaligen Bischofs von Paderborn, der so seine Verbundenheit mit Attendorn ausdrücken wollte.

Gefeiert wird der 25. Geburtstag mit einem Marschmusikfest am kommenden Samstag, 7. Mai auf dem Feuerteich. Sechs Musikvereine der Region gehen ab 14.45 mit einem Sternmarsch durch die Stadt zum Feuerteich. Hier werden die Vereine zuerst gemeinsam und dann jeder einzeln die Gäste musikalisch unterhalten. Das 2. Marschfestival werden der Attendorner Fanfarenzug, der Musikzug Ennest, der Musikverein Helden, der Spielmannszug Listerscheid, der Musikzug Attendorn und der Musikverein „Blau-Weiß“ Lichtringhausen bestreiten. Gäste zu Zuhörer sind herzlich willkommen.

 

25 Jahre Seniorenhaus St. Liborius Attendorn
St. Liborius heute: Mitten im Herzen von Attendorn.

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