In der Stadt Attendorn werden ehrenamtliche Baumpaten gesucht, die für die Bäume ihres Lebensumfeldes einstehen möchten.

baumpate - AttendornEs gibt in Natur und Umwelt wenig, das den Menschen in seinem Lebensumfeld, seinen Siedlungen, im Erleben der Landschaft und in der Nutzbarkeit so intensiv begleitet, wie dies Bäume tun. Bäume machen die Zeit erlebbar, sie nutzen uns indem sie Schadstoffe aus der Luft filtern, indem sie Sauerstoff produzieren und für ein gutes Kleinklima im Umfeld unseres direkten Lebensbereiches sorgen, wenn es heiß ist. Wir bewundern alte stattliche Bäume, denen man die Zeit ansieht, in der sie uns und unsere Vorfahren begleiten. Wir gehen gern durch stattliche Alleen und Parks ohne Bäume fehlt in unserer Wahrnehmung etwas. Kinder lieben Bäume, sie sind etwas greifbares, etwas großes, stattliches, an dem man bewundernd hoch schauen, an das man sich anlehnen kann, während Phantasie und Augen den Formen von Rinde, Krone und Wurzeln folgen. Und wenn ein Baum dann einmal entfernt werden muss, wärmt uns sein Holz oder die daraus erstellten Gegenstände erfreuen uns in Ihrer Nutzbarkeit.

Bäume sind aber auch umstritten, denn sie erzeugen Schatten, der nicht immer erwünscht ist, sie werfen Laub ab, über das man sich früher freute, da man es verwenden konnte. Heute ist Laub eher lästig, für viele Menschen ist Laub zusammen mit Blütenstaub nur Abfall oder je nach Intensität der persönlichen Wahrnehmung einfach nur „Dreck“, was nur eine natürliche Lebensäußerung der Bäume ist. Den Sauerstoff, die positiven Wirkungen im Kleinklima und Bäume als Lebensraum für viele Tiere, all das sehen viele Menschen nicht oder nicht mehr. Sie bringen kein Verständnis dafür auf, da sie Laub fegen müssen im Herbst oder sich über die „lärmenden“ Vögel ärgern, die in den frühen Morgenstunden im Baum sitzen und ihrer Bestimmung als Singvögel folgen. Bäume scheinen vielen Menschen nur da schön und passend zu sein, wo sie im persönlichen Lebensumfeld nicht vorkommen.

baumpate - AttendornBäume haben es inzwischen oft schwer in der Akzeptanz, aber auch in ihrer Beeinträchtigung durch Flächenversiegelung des Wurzelraumes, durch den Straßenverkehr und seine Abgase, durch parkende Autos und unzureichende Wasserversorgung in unseren stark versiegelten Städten und Dörfern. Manche Bäume leiden auch unter dem menschlichen Nachbarn, der mit Gift, Salz oder diversen Handwerksgeräten dem Baum „zu Leibe rückt“ und ihn zu zerstören oder mit radikalem Schnitt zu verkleinern sucht. Das ist nicht nur bedauerliches Handeln, es ist zumindest da, wo Bäume in fremdem Eigentum geschädigt werden, ein kriminelles Handeln.

Die Stadt Attendorn hat keine großen Grünflächen wie z. B. Parks, die ihren Bürgern zu Erholungszwecken zur Verfügung stehen. Das Grün in den Siedlungsbereichen besteht im Wesentlichen aus dem Hochgrün, also den Bäumen, die im Straßenraum, Beeten und Wegeböschungen stehen. Diese strukturieren das Stadtbild mit, sie sorgen gerade in den engen Straßen der Kernstadt für ein besseres Klima.

Aus diesem Grund sucht die Stadt Attendorn ehrenamtliche Baumpaten, die für die Bäume ihres Lebensumfeldes einstehen möchten. Eine Patenschaft kann in der Gestaltung der Baumscheibe und dem Gießen in den heißen Sommermonaten bestehen, sie umfasst aber auch, dass man auf einen Baum achtet, auf Schäden oder Schädiger oder indem man dann die Stadt informiert, wenn ein Baum krank zu sein scheint oder eine Pflege bracht, z. B. weil Totholz zu entfernen ist.

Wer eine Baumpatenschaft übernehmen will oder hierzu Fragen hat, kann sich mit dem Umweltbeauftragten der Stadt Attendorn Martin Plückebaum (Tel. 02722/ 64-311) oder dem Städtischen Gärtnermeister Karl Schulte (02722/ 64-162) in Verbindung setzen, die gern für Auskünfte zur Verfügung stehen.

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