Für Jessica Neumann aus Plettenberg stand schon lange fest: Ich möchte Menschen mit Behinderung helfen. Daher entschied sich die 21 Jährige nach der Schule für eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin.

„Ich habe zuvor in den Werthmann-Werkstätten, Abteilung Attendorn, hospitiert und wusste: Hier und nirgendwo anders will ich meine Ausbildung machen“.

Die Plettenbergerin entschied sich für die praxisintegrierten Ausbildungsform. Dieses bietet das Gertrud-Bäumer-Berufskolleg in Lüdenscheid und Plettenberg an. Bei dieser Möglichkeit der Ausbildung werden die Auszubildenden über die komplette Dauer, in schulischer Begleitung, direkt im Arbeitsfeld der Heilerziehungspflege eingesetzt. Für Jessica Neumann heißt das, drei Tage arbeitet sie in den Werthmann-Werkstätten und an zwei Tagen muss sie die Schulbank drücken. „Für mich ist das die ideale Kombination. So erhalte ich die theoretische Grundlagen, welche ich direkt in der Praxis anwenden kann.“ Auch ihre Kollegen freuen sich über Jessica Neumann. Sie gehört zum Team und mit zwei weiteren Fachkräften betreut sie acht schwerstmehrfachbehinderte Menschen in ihrer Gruppe.

„Wir sind für die pädagogische und pflegerische Begleitung und Hilfe von Menschen mit körperlicher, geistiger und seelischer Behinderung verantwortlich. Wir fördern und unterstützen die Eigenständigkeit und das individuelle Leistungsvermögen dieser Menschen, damit sie ihr Leben so selbstständig wie möglich führen können.“

Nach der Ausbildung will Jessica Neumann in den Werthmann-Werkstätten bleiben. „Das ist einfach mein Traumberuf“.

Auch Anna Rotthoff (19) aus Helden und Patrick Pukall (21) aus Hülschotten wollen Heilerziehungspfleger werden. Sie haben sich allerdings für die vollzeitschulischen Ausbildungsform am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg entschieden. „Wir machen zwei Jahre Schule mit je zwei Praktika über acht Wochen. Im Anschluss müssen wir ein Anerkennungsjahr absolvieren.“

Beide machen zurzeit eins ihrer Praktika in der Abteilung Attendorner der Werthmann- Werkstatt. „Wir arbeiten allerdings noch nebenbei im Wohnhaus am Nordwall. Außerdem bekommt man etwas mehr Gehalt im Anerkennungsjahr gegenüber der praxisintegrierten Ausbildungsform“, wissen die beiden. Doch Jessica Neumann hat einen entscheidenden Vorteil. Sie weiß wohin sie der Weg nach der Ausbildung führt.

Darüber freut sich auch Klaus Jacob, Abteilungsleiter der Werthmann-Werkstatt in Attendorn. Er weiß, was er mit Jessica Neumann für eine ambitionierte Heilerziehungspflegerin bekommen kann. „So können wir und die Auszubildenden schon während ihrer Ausbildungszeit erkennen, ob die Fachrichtung passend ist.“ Daher gehen die Werthmann-Werkstätten in Attendorn nun auch neue Wege.

„Wir wollen in Zukunft Auszubildende helfen einen Beruf zu erlernen. Somit steuern wir auch ganz bewusst dem Fachkräftemangel entgegen“, so Klaus Jacob. Infos über 02722/9210.

Jessica Neumann, Patrick Pukall und Anna Rotthoff (v.l) möchten Heilerziehungspfleger werden. Die Werthmann Werkstätten, Abteilung Attendorn, helfen ihnen dabei.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here