Auf Anregung der Südwestfalen-Agentur weilten sieben Studierende der Fachhochschulen Bochum, Dortmund und Köln sowie der Uni Siegen unter der Leitung von Frau Professor Schröteler-von Brandt von der Uni Siegen und von Herrn Professor Hamacher von der Fachhochschule Köln für eine Woche vor Ort im Schwalbenohl. Die Studenten werden ihre Abschlussarbeit im Master-Studiengang über den Stadtteil Schwalbenohl anfertigen. Aufgabe des Semesterprojekts ist die Erarbeitung eines Quartierskonzeptes. Im März 2011 sollen die Ergebnisse in Form von Planungsvorschlägen, Präsentationen und Plänen der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die Untersuchungen sollen drei Bereiche umfassen: „Grün – Freiräume – Öffentliche Räume“, „Wohnen – Soziale Situation – Bevölkerungsstatistik“ und „Versorgung – Infrastruktur – Verkehr“. Oberhalb dieser Bereiche wird die Problematik der „Integration von Bevölkerungs- und Altersgruppen“ angesiedelt.

Für die Arbeit während der Projektwoche vor Ort stellte der Bürgerverein Schwalbenohl spontan seine Begegnungsstätte zur Verfügung, während die Stadt Attendorn dankenswerterweise die Kosten für die Unterbringung der Gruppe in der Jugendherberge Heggen übernahm.

Die Studierenden sollten den Stadtteil „von außen“ ansehen und auf seine Potentiale hin untersuchen. Gleichzeitig sollte ihnen aber auch eine Sicht „von innen“ geboten werden, in dem die Bürgerinnen und Bürger aus dem Schwalbenohl Probleme aufzeigten, die „unter den Nägeln brennen“.

Dazu wurden ein Rundgang durch den Stadtteil und eine Gesprächsrunde durchgeführt.
Frau Schröteler-von Brandt führte aus, dass die Untersuchungen sich über drei Bereiche erstrecken sollten: „Grün – Freiräume – öffentliche Räume“, „Wohnen – soziale Situation – Bevölkerungsstatistik“ und „Versorgung – Infrastruktur –Verkehr“. Oberhalb dieser Bereiche wird die Frage der „Integration von Bevölkerungs- und Altersgruppen“ angesiedelt.

Nachdem in der Gesprächsrunde die Situation älterer Menschen im Schwalbenohl mit den Problembereichen „Bus – Sparkasse – Einkaufen“ und möglichen Hilfen durch Jugendliche aus dem Jugendzentrum angesprochen worden waren, bat eine der Studierenden die Anwesenden, positive Dinge im Schwalbenohl zu benennen.

Interessanterweise wurden zunächst Aspekte aus der Vergangenheit benannt, wie z.B. Straßen- und Kinderspielplatzfeste, die es heute so nicht mehr gibt. Das Gemeinschaftsgefühl ist nicht mehr in dem Maße vorhanden, wie das früher der Fall war. Da muss man aber wieder hin!

Marius Becker führte aus seiner Sicht Positives auf, wie die relativ gut gepflegten Grünflächen, eine gute Bausubstanz, die Nähe zur Innenstadt und die aufgrund des bezahlbaren Wohnungsbestandes geringen Leerstände.

Weiterhin wurden Frei- und Grünräume angesprochen, die nicht immer in gutem Zustand sind. Der Bereich zwischen den Häusern Lübecker Straße 2 – 8 und Briloner Straße 1 – 7 wurde wegen der vielen dort vorhandenen Bäume als positives Beispiel genannt. Es ist wichtig, ein Bewusstsein für das Wohnumfeld zu schaffen: Wo muss etwas in diesem Bereich passieren? Wer ist zuständig bzw. wer fühlt sich zuständig für die Pflege von Außenlagen?

Rebecca Stokic vom Jugendzentrum sprach das Problem der Integration von Jungen und Alten an. Es ist von großer Bedeutung, ältere Menschen dahin zu bringen, Jugendliche und den von ihnen naturgemäß verursachten Lärm in einer gewissen Weise zu akzeptieren. Es muss ein Gespür für andere Generationen entwickelt werden – auf beiden Seiten.

In dem Zusammenhang plädierte Wolfgang Langenohl dafür, Begegnungsstätten zu schaffen, auch für die Jugendlichen. Es könne eine Art „Dorfplatz“ als Anziehungspunkt für Jung und Alt entstehen.

Obwohl ein solches Zentrum eventuell auch Gefährdungspotentiale beinhalten kann, war für die Mehrheit das Miteinander von Jung und Alt in einem solchen Bereich ein positiver Punkt.
Für die Mehrzahl der Anwesenden bildet der Kreuzungsbereich Lübecker Straße – Dortmunder Straße mit Geschäften, Bank, Apotheke und Arztpraxen die „gefühlte Mitte“ des Stadtteils Schwalbenohl. Aber auch der Bereich beim Kreisverkehr Danziger Straße (ehemals Coop) wurde in dem Zusammenhang genannt.

Viele sahen im Umfeld von Stadthalle, die von den Bewohnern im Schwalbenohl nicht angenommen worden sei, und Schützenpark einigen Verbesserungsbedarf.

Letztendlich wird es darum gehen, das im Frühjahr vorgelegte Quartierskonzept als Anstoß zu sehen. Man muss, wie es Frau Schröteler-von Brandt anlässlich des Rundganges am Montagnachmittag formulierte, „die Vorschläge in die Hand nehmen und vorantreiben!“

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