Toni Kamp mit ihren Krippenfiguren aus Wachs.
Toni Kamp mit ihren Krippenfiguren aus Wachs.

Toni Kamp aus Ennest hat ihre Krippenfiguren aus Wachs vor über 25 Jahren selbst hergestellt. Sie war ganz angetan von ihnen, als sie die Krippenfiguren aus Wachs zum ersten Mal bei einem Besuch bei ihrer Schwester Hildegard Häner in Olpe gesehen hat, und haben der Ennesterin so gut gefallen, dass in ihr der Entschluss reifte, eigene Wachsfiguren herzustellen.

Im Gespräch mit dem WOLL-Magazin konnte Toni Kamp detailgenau die Herstellung mit den einzelnen Arbeitsschritten erzählen. Zunächst wurden Wachsperlen in einem alten Kochtopf geschmolzen. Hinzu kam die Eichenfarbe. Die Gummi-Schablonen für die Heilige Familie, die Heiligen Drei Könige, Schäfchen, Hirten, Kamel, Ochs und Esel waren
zunächst mit Talkumpuder einzureiben, damit sich nachher die Figur gut löst. Dann wurde das heiße Wachs eingefüllt. Nach dem Erkalten wurde jede einzelne Figur vorsichtig von der Gummi-Schablone gelöst. Trotzdem brach schon mal ein Kopf ab, sodass der Gießvorgang zu wiederholen war. Die Figuren wurden anschließend mit einer Patina versehen. Mit einem Perlonstrumpf wurden die Krippenfiguren dann abgerieben und erreichten somit den Endzustand. Ihren Platz fand die Heilige Familie in einem Baumstuken, davor die Heiligen Drei Könige, Schäfchen, Hirten, Kamel, Ochs und Esel.

Einige Jahre später lief beim Aufstellen der Krippe einen Tag vor Heiligabend nicht alles so, wie es laufen sollte: Der Baumstuken, der als Stall diente, war nicht mehr aufzufinden. Es stellte sich heraus, dass Ehemann Klemens diesen beim Aufräumen entsorgt hatte. Nun hing der Haussegen schief. Aber der findige Ehemann wusste sich zu helfen und ging zu seinem Bruder Robert, der gut basteln kann und auch schon Krippenhäuser hergestellt hat. Auf dem Dachboden fand Robert Kamp noch ein von ihm selbst gefertigtes Krippenhaus, das bisher nicht genutzt wurde. Dieses schenkte er seinem Bruder Klemens und so gab es ein Happy End vor den Weihnachtsfeiertagen im Hause Kamp an der Attendorner Straße.

Die Krippe von Hans Kaufmann.
Die Krippe von Hans Kaufmann.

Als Sohn Gerhard im Jahr 1955 geboren wurde, begab sich Vater Hans Kaufmann vom Kehlberg 18 in Attendorn an den Bau einer eigenen Krippe. Da Hans Kaufmann gelernter Werkzeugmacher war, fiel ihm das Werkeln nicht schwer. „In zahlreichen Stunden“, so erinnert sich seine heute 92-jährige Frau Gertrud Kaufmann, „fertigte er eine schöne, kleine Krippe, die sogar mit elektrischem Licht ausgestattet wurde. Das war 1955 schon etwas Besonderes.“

Der mittlerweile leider verstorbene Hans Kaufmann, dessen großes Hobby der Osterfeuerverein Kölner Poorte war und den die Attendorner jahrzehntelang als Sänger im Kirchenchor der Pfarrkirche erleben durften – er wurde sogar für 70 Jahre Treue im Chor der Pfarrkirche St.-Johannes Baptist geehrt –, hatte ein Auge fürs Detail: Ein Engel wurde über dem Eingang angebracht und ein Kuchenförmchen, das dem Stern von Bethlehem ähnelte, befestigte er über der Krippe. Das Kuchenförmchen ging im Laufe der Jahre verloren, sodass ein Stern besorgt wurde. Noch heute hält Gerhard Kaufmann die Krippe seines Vaters in Ehren.

Hubert Bender und seine 100 Jahre alten Krippenfiguren.
Hubert Bender und seine 100 Jahre alten Krippenfiguren.

Hubert Bender aus Attendorn, wohnhaft am Grafweg, hat ein Krippenhaus und Figuren, die für ihn einen besonderen ideellen Wert haben. Die Krippenfiguren sind gut 100 Jahre alt. Sie wurden Hubert Bender im Jahr 1970 von seinem Onkel Eugen Dingerkus übergeben, als Hubert und Anita Bender geheiratet haben. Die kleinen Figuren sind aus Ton und bemalt. „Die Figuren sind nach 100 Jahren zum Teil ein bisschen lädiert, der Lack ist teilweise etwas ab“, sagt der Attendorner, selbst begeisterter Holzschnitzer, dem WOLL-Magazin. Als Krippe diente zunächst ein alter Baumstuken mit einer Höhle.

Vor 20 Jahren erhielt Hubert Bender von Artur Braunschneider aus Lichtringhausen dann ein selbst gefertigtes Krippenhaus. Artur Braunschneider, mittlerweile verstorben, hat insgesamt 45 Krippenhäuser gebaut und im heimischen Sprengel an den Mann gebracht. Als Dankeschön hat ihm Hubert Bender einen Wandersmann geschnitzt. Für andere hat er einige Sätze Krippenfiguren in verschiedenen Größen selbst gefertigt; nach dem Schnitzen hat er diese nach Bayern zu einem Kirchenmaler zum Beizen und Bemalen geschickt. Auch stammen von ihm einige Blockkrippen.

Besonders gerne macht der 69-jährige Hubert Bender, der seit fast 30 Jahren dem Hobby des Holzschnitzers frönt, Weihnachtsbäume in den verschiedensten Variationen.


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