Freitag, 28. November 2014

Agendaforum: “Wie wollen wir leben?

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Gibt es Alternativen zum Wachstum? Ist selbst bestimmtes Leben eine Utopie? Um diese Fragen zum Agenda-Jahresthema “Wie wollen wir leben?”geht es in einer Vortragsveranstaltung, die am kommenden Mittwoch (7. März) um 19 Uhr in der Mensa der Gemeinschaftshauptschule, Wiesbadener Straße, beginnt. Als Referentin konnte das Agendaforum Ute Müller gewinnen, die in Attendorn aufwuchs und seit nunmehr vielen Jahrzehnten in Südfrankreich in der Kooperative Longo Mai lebt und arbeitet – u.a. als Radiojournalistin und Schafzüchterin.

AGENDAFORUM-Kooperative Longo Mai-2012In ihrem Lichtbildervortrag gibt Ute Müller Einblicke in eine “andere Welt”, die geprägt ist von gegenseitiger Hilfe und dem Leben in Gemeinschaften. Gegründet wurde die Kooperative Longo Mai vor fast 40 Jahren auf einem brachliegenden Hügel in der Haute Provence. Nach Anfängen in der Lehrlings- und Studentenbewegung suchten die Initiatoren Freiräume in den verlassenen Berggebieten, um ein selbst bestimmtes Leben zu gestalten. Vom Hof in der Provence aus verbreitete sich die Idee der Kooperation in viele Länder, unter anderem Frankreich, Deutschland, Österreich und Schweiz. Umgeben von einem großen Freundeskreis leben und arbeiten 200 Leute aus ganz Europa in einem Netzwerk von Höfen in der Europäischen Kooperative Longo Mai für eine andere Zukunft.

Der Bodenspekulation, Industrialisierung und Gen-Manipulation, von der die Landwirtschaft bedroht wird, widersetzt sich die Kooperative durch Austausch, Zusammenarbeit in der Weitergabe von Wissen und alten Arbeitstechniken, Vermarktung von Produkten und Widerstand gegen Ungerechtigkeit.

AGENDAFORUM-Kooperative Longo MaiZukunftsfähige Formen des Zusammenlebens und der Zusammenarbeit sind aus den praktischen Erfahrungen in den Longo-Mai-Kooperativen erwachsen. Es gibt in Longo Mai eine breite Palette von Praktikum und Ausbildungsmöglichkeiten. Sie reicht von Landwirtschaft, Gartenbau, Tierzucht, Holzwirtschaft und Wollverarbeitung, Hausbau mit natürlichen Rohstoffen bis zur Versorgung durch erneuerbare Energien.

Longo Mai ist vielseitig engagiert mit einem regionalem Radio, einer monatlichen Zeitung und durch das Internetportal Europäisches Bürgerforum. Sie unterstützen regionale und internationale Selbsthilfegruppen im Austausch. Longo Mai erzeugt ihr eigenes Saatgut und erhält die Bio-Diversität gegen die Monopolbestrebungen und Genmanipulationen der Konzerne. Sie betreiben ein Netzwerk von Schafzüchtern und Wollverarbeitungsvertrieben.

Ute Müller produziert als Radiojournalistin ein wöchentliches Programm “Bulle de Jazz” im eigenen Radiosender Zinzinne, betreut das Internetportal Europäisches Bürgerforum und die Bildbearbeitung der Zeitung Archipel. Sie dokumentiert das Leben in Logo Mai in Fotos, organisiert Veranstaltungen und Künstlerbetreuung. 25 Jahre lang arbeitete sie in der Tierzucht von Kühen, Schafen, Pferden und Geflügel.

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