Mit einem Gedenkgottesdienst will die evangelische Kirchengemeinde am kommenden Sonntag um 10 Uhr in der Erlöserkirche an die Vertreibung der Russlanddeutschen im Jahre 1941 erinnern und lädt dazu ganz besonders die Betroffenen und /oder ihre Angehörigen ein.

Gedenkgottesdienst - Vertreibung
Von einer Stunden auf die anderes wurden die Russlanddeutschen innerhalb der Sowjetunion verschoben.

Genau vor 70 Jahren, am 28. August 1941, erließ das Präsidium des Obersten Sowjet der UdSSR einen Erlass mit folgendem Wortlaut: „Laut Angaben, die die Militärbehörden erhalten haben, befinden sich unter der in den Wolgarayons wohnenden deutschen Bevölkerung Tausende und Abertausende Diversanten (kommunistischer Sprachgebrauch für feindliche Agenten)und Spione. Falls auf Anweisung aus Deutschland die deutschen Diversanten und Spione in der Republik der Wolgadeutschen oder in den angrenzenden Rayons Diversionsakte (Sabotageakte) ausführen werden und Blut vergossen wird, wird die Sowjetregierung Strafmaßnahmen gegenüber der gesamten Wolgabevölkerung ergreifen.
Zur Vorbeugung dieser unerwünschten Erscheinungen und um kein ernstes Blutvergießen zuzulassen, hat das Präsidiums des Obersten Sowjet der UDSSR es für notwendig befunden, die gesamte deutsche in den Wolgarayons lebende Bevölkerung in andere Rayons überzusiedeln. Zwecks Ansiedlung sind die Rayons des Nowosibirsker und Omsker Gebietes, des Altaigaus, Kasachstans und anderen Nachbarortschaften bestimmt.“

Dieser Ukas nach dem deutschen Angriff hat für die deutsche Bevölkerung in der Sowjetunion entsetzliches Leid mit sich gebracht, mussten die Menschen doch von einer Stunde auf die andere ihre Häuser, ihre Heimat verlassen und wurden in Viehwagons an das andere Ende des Riesenreiches transportiert und dort ausgesetzt. Andere wiederum mussten in der Trudarmee Zwangsarbeit leisten; viel kamen ums Leben.

Mit diesem Gedenkgottesdienst verbindet Pfarrer Dr. Grote eine Bitte: Von diesem schrecklichen Kapitel der Geschichte Betroffene und Interessierte in der Gemeinde, die diesen Gottesdienst mitgestalten möchten, mögen sich umgehend bei ihm melden (Tel.: 02722 929773) und ein Vorbereitungstreffen verabreden.

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