Bundestagsabgeordneter stand Rede und Antwort

Bundestagsabgeordneter Johannes Vogel
Der heimische Bundestagsabgeordnete Johannes Vogel (FDP) stand Rede und Antwort

Wie war Ihr Abiturdurchschnitt? Sind Sie verheiratet? Welche Sportart betreiben Sie? Auch solche privaten Fragen beantwortete jetzt der heimische Bundestagsabgeordnete Johannes Vogel (FDP) . Im Attendorner St.-Ursula-Gymnasium stand er kurz vor Schuljahresende den beiden Sozialwissenschaften-Differenzierungskursen der Jahrgangsstufe 9 Rede und Antwort. Der Hauptteil der Fragen zielte aber natürlich aufs Politische.

In die Politik sei er Ende der 90er Jahre unter anderem über die Diskussion um den „Großen Lauschangriff“ gekommen, erklärte Vogel, der mit 29 Jahren derzeit einer der jüngsten Bundestagsabgeordneten ist. Bei den Jungen Liberalen und der FDP habe er seinerzeit seine politische Heimat gefunden, weil die Übereinstimmung mit deren Programmen, etwa hinsichtlich der Bürger- und Freiheitsrechte, am größten gewesen sei.

Angesprochen auf die momentane Lage seiner Partei und der Regierungskoalition insgesamt zeigte sich Vogel selbstkritisch: „Wir könnten besser sein in dem, was wir tun. Wir könnten aber vor allem besser in der Darstellung dessen sein, was wir tun – denn das ist gar nicht so wenig.“ Ein Fehler seiner Partei sei es gewesen, sich auf einen bestimmten Koalitionspartner festzulegen. Das führe leicht zu Abhängigkeiten. Er habe schon als Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen dafür plädiert, sich Alternativen offen zu halten.

Die Pläne der Bundesregierung zum schnellen Atomausstieg verteidigte der Abgeordnete. Kein Politiker sei doch dafür gewesen, die Kernkraft auf ewig zu nutzen; den Ausstieg habe man ja bereits mittelfristig geplant. Die Vorgänge in Fukushima hätten jedoch viele – auch ihn – zu einer neuen Bewertung der Kernenergie kommen lassen. Immerhin sei Japan auf einem mit Deutschland vergleichbaren technischen Stand. Wenn dort ein Unfall geschehe, der statistisch gesehen gar nicht hätte geschehen dürfen, müsse man deshalb daraus auch bei uns Konsequenzen ziehen.

Bundestagsabgordneter Johannes Vogel im St. Ursula Gymnasium Attendorn
Johannes Vogel zu Gast bei den Sozialwissenschaften-Differenzierungskursen der Jahrgangsstufe 9 des St. Ursula Gymnasiums Attendorn

 

Ein weiteres Thema war die Außenpolitik. Hier bekannte sich Vogel klar zur Aufnahme der Türkei in die Europäische Union. Erstens habe es die EU der Türkei versprochen, und Versprechen müsse man halten. Zweitens habe die Türkei ein großes Potenzial junger Arbeitskräfte, die der EU von Nutzen sein könnten. Und drittens könne eine in die EU eingebundene Türkei zum demokratischen Vorbild für die übrige islamische Welt werden.

Auch machte sich der Bundestagsabgeordnete für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr stark: „Wir sollten nicht vergessen, dass von dort aus Terroranschläge auf die westliche Welt ausgegangen sind. Die Bundeswehr steht dort also auch für unsere Sicherheit.“ Das schließe aber natürlich nicht aus, dass man darüber rede, wann dieser Einsatz zu beenden sei.

Am Schluss der Diskussion stand, wie bei jedem politischen Gespräch dieser Art am St.-Ursula-Gymnasium, die „Feen-Frage“: Welches politische Ziel der Abgeordnete sofort verwirklichen würde, wenn ihm eine Fee einen entsprechenden Wunsch erfüllte. Weltpolitisch, so Vogel, wünsche er sich mehr Demokratie und Grundfreiheiten für alle Völker. Und für den politischen Alltag hoffe er darauf, „dass die Fee der CSU erklärt, dass Zuwanderung nichts Böses ist. Wir brauchen ausländische Arbeitskräfte für unsere Zukunft.“

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