Europatag, Europawoche – nicht von ungefähr hatte die südwestfälische Europaabgeordnete Birgit Sippel gerade in den letzten beiden Wochen zahlreiche Termine in der Region. Da stand natürlich auch Attendorn auf der Liste.

Zunächst stand eine Podiumsdiskussion im St.-Ursula-Gymnasium auf dem Programm. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich gut vorbereitet und sich mit aktuellen und allgemeinen europäischen Themen beschäftigt und sie übernahmen auch selbst die Moderation der Runde.

Natürlich gab es kritische Fragen zu möglichen neuen EU-Grenzkontrollen und insbesondere zur Schuldensituation einiger europäischer Länder. Gerade mit Blick auf Griechenland war die Botschaft klar: Griechenland braucht die europäische Solidarität und die Chance auf einen Neuanfang. Dies erfordert zugleich eigene Anstrengungen des Landes: „Insbesondere die sogenannten Eliten sind gefordert, die Zahlung von Steuern nicht länger zu verweigern; die griechische Regierung muss zudem entsprechende Regelungen und Kontrollen durchsetzen“, äußerte sich Birgit Sippel.

Ein Ergebnis der Schülerbefragung wertete die Europaabgeordnete als besonders positiv: „Trotz vieler Negativ-Schlagzeilen der letzten Wochen und manch zögerlicher Haltung der Regierungen der Mitgliedstaaten – die Schülerinnen und Schüler am St.-Ursula-Gymnasium wissen: ohne Europa geht es nicht! Wir brauchen die EU, den Euro und wir brauchen offene Grenzen – ja, wir brauchen die Europäische Union!“

1. Betriebsratsvorsitzender; SPD Vorsitzender Wolfgang Langenohl; Unternehmer Arndt G. Kirchhoff; Europaabgeordnete der SPD Birgit Sippel; stellv. Fraktionsvorsitzender der SPD Attendorn Christian Pospischil und 2. Betriebsratsvorsitzender

Dies bestätigte sich auch bei einem anschließenden Besuch mit dem Vorsitzenden der SPD Attendorn, Wolfgang Langenohl, bei der Firma Kirchhoff Automotive, deren Produkte sich in (fast) jedem PKW wiederfinden. Birgit Sippel: „Gerade deutsche Unternehmen profitieren vom Binnenmarkt, der einheitlichen Währung und den offenen Grenzen Europas. So auch die Firma Kirchhoff Automotive. Und dies gilt auch für viele andere, kleine oder mittlere Unternehmen in unserer Region Südwestfalen. Zahlreiche mittelständische, und häufig wenig bekannte Unternehmen mit 100 bis 200 Mitarbeitern leben vom Export, insbesondere in andere EU-Staaten.“

Auch die Innovationspolitik der Firma war Thema: Im Gespräch wies Geschäftsführer Arndt Kirchhoff darauf hin, dass man sich schon jetzt mit der Zukunft der Elektroautos beschäftige. Schließlich haben veränderte Motoren auch Einfluss auf die Gestaltung der Karosserie. Sippel: „Umweltpolitisch bleibt zu hoffen, dass bei der Entwicklung von Elektroautos auch die Ökobilanz unter Beachtung der Belastung bei Herstellung und Entsorgung der erforderlichen Batterien gleich mit beachtet wird.“

Für die Europaabgeordnete zeigte sich zugleich eine enge Verbindung von Betrieb und Schule: „Fremdsprachenkenntnisse sind mittlerweile in jeder Branche und an fast jedem Arbeitsplatz unverzichtbar. Ebenso interkulturelle Kompetenzen. Auch dies beeinflusst die Anforderungen an Schule.“ Der demografische Wandel schaffe künftig auch Chancen für Mädchen und Frauen. Schließlich würde ihre Arbeitskraft gebraucht. Die Firma Kirchhoff Automotive habe diese Zeichen erkannt und engagiere sich u. a. mit der Einrichtung eines Betriebskindergartens, um Beruf und Familie zu ermöglichen.

„Attendorn ist mittendrin in Europa. Schulen und Betriebe erkennen den Nutzen der Europäischen Union. Dabei wird Bildung immer wichtiger, auch für die künftige Sicherung von Fachkräften. Wir müssen sicherstellen, dass kein Schüler mehr die Schule ohne Abschluss verlässt, jeder eine Ausbildung erhält und anschließend einen Arbeitsplatz. Hier sind gerade auch die großen Unternehmen in der Verantwortung. Zudem dürfen keine Arbeitnehmer schon mit 45 Jahren als ‚zu alt‘ ausgegrenzt werden. Wenn diese Anforderungen erfüllt sind, kann auch die Hinzuziehung ausländischer Fachkräfte die Zustimmung der hier lebenden Menschen finden. Diese dürfen aber nicht schlechter bezahlt werden, sondern müssen dieselben Rechte erhalten wie alle bereits legal hier arbeitenden Menschen“, zog Birgit Sippel abschließend Bilanz des Tages.

Weitere Informationen unter www.spd-attendorn.de

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