Magdalene Bock ist zufrieden. Der Muffin, den sie gerade probiert, ist locker und leicht. Die Kirschen im Inneren machen ihn saftig ohne Schlieren zu hinterlassen. „Das haben sie gut gemacht“, lobt die ältere Dame Katharina Maahs. Die freut sich über das Lob aus fachmännischem Mund.

Immerhin hat Magdalene Bock schon unzählige Kuchen und Torten in ihrem Leben gebacken. „Sonntags, aber auch wenn Besuch kam, stand bei uns immer ein Kuchen oder eine Torte auf dem Tisch, natürlich selber gebacken“, erinnert sich die Ennesterin, die regelmäßig Gast im Tagestreff des Caritaszentrums Attendorn ist.

Katharina Maahs ist heute auch Gast im Treff. Allerdings kommt sie, um eine Kostprobe ihres Könnens zu geben. Die 22 Jährige ist gerade auf dem Weg, ihre Ausbildung als Meisterin der Hauswirtschaft zu machen. Ihre Lehre hat sie im benachbarten Seniorenhaus St. Liborius absolviert. „Doch dann wollte ich noch mehr, denn der Beruf hat mir von der ersten Minute meiner Ausbildung an Spaß gemacht.“

Daher drückt sie seit 2009 jeden Dienstag und Mittwoch die Schulbank. Dann fährt sie nach ihrem Dienst in der Einrichtung nach Hagen um hier die Meisterschule zu besuchen. Bis 2012 muss sie noch zweimal in der Woche fahren und in ihrer Freizeit lernen. „Aber ich habe das nie bereut.“ Was sie gelernt hat, zeigt sie heute den Besucherinnen des Tagestreffs –und die sind kritisch. „Früher mussten wir den Ofen noch heizen. Da gab es keinen Umluftofen oder einfach einen Schalter, mit dem  man die Temperatur exakt  einstellen konnte.“ Auch Milch, Eier und Butter kamen nicht aus dem Laden, sondern oft aus der eigenen angeschlossenen Landwirtschaft. „Ich mag da gar nicht mehr dran denken, was wir für eine Arbeit hatten“, so Magdalene Bock. Umso mehr genießt sie es heute, im Tagestreff andere backen zu lassen und das Resultat zu genießen.

„Es wäre toll, wenn wir das regelmäßig machen könnten“, so der Vorschlag von Katharina Maahs, der gerne angenommen wird. Die älteren Damen erklären sich auch bereit, ihre geheimen Lieblingsrezepte von früher mitzubringen, nach denen Katharina Maahs dann backen muss. „Mal sehen, ob das auch so gut schmeckt wie früher.“

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