Zivildienstleistende haben jahrzehntelang in sozialen Einrichtungen gute Arbeit geleistet. Damit ist durch die Aussetzung der Wehrpflicht jetzt Schluss, denn wo kein Wehrdienst, da kein Zivildienst.

Auch das Seniorenhaus St. Liborius muss sich im Mai von seinen beiden Zivis aus dem technischen Dienst verabschieden. Christoph Sutmeier aus Weltringhausen und Nicolas Viegener aus Attendorn sind damit die letzten ihrer Art in der Einrichtung.

Christoph Sutmeier geht nach neun Monaten Anfang Mai. „Ich habe nach den sechs Monaten reguläre Zeit noch um drei Monate verlängert“. Die Arbeit an der Seite von Wolfgang Hesse, technischer Leiter der Einrichtung, hat ihm Spaß gemacht. Doch jetzt will der gelernte Autolackierer wieder ins volle Berufsleben einsteigen.

Sein Mitstreiter Nicolas Viegener ist nach dem Abitur als Zivi ins Haus gekommen. Er beginnt im Sommer sein Studium. „Die Chemie untereinander, aber auch mit allen Mitarbeitern und Bewohnern im Haus hat einfach von Anfang an gestimmt. Nachdem ich auf den Zivi-Seminaren von anderen Stellen gehört habe, weiß ich, wie gut wir es hier hatten.“ Auch seine Zeit ist Ende Mai um.

ZIVIS - Caritas-Attendorn
Wolfgang Hesse (Mitte) mit den letzten beiden Zivis Nicolas Viegener (l) und Christoph Sutmeier (re) im technischen Dienst des Seniorenhauses St. Liborius.

Dabei war die Arbeit der beiden täglich neu. Winterdienst, Pflege der Außenanlagen, aber auch Hilfe im Haus, sei es Wartungsarbeiten oder auch mal ein Bild aufhängen, oft stand des Telefon nicht still und ihre Hilfe war gefragt. „Außerdem haben wir das Essen zu Haus Mutter Anna gefahren und die Besucher für den Tagestreff abgeholt und wieder nach Hause gefahren.“ Einmal war auch ein Einsatz in der Tiefgarage gefragt. „Nach einem starken Regenguss stand sie unter Wasser und wir mussten Pumpen und Schläuche besorgen um sie wieder trocken zu legen“, erinnert sich Nicolas Viegener. Während beide zuvor nur durch ihre Großeltern Kontakt mit Senioren hatten, bekamen sie hier einen ganz neuen Einblick in das Leben im Alter. „Wir hätte nicht gedacht, dass viele Bewohner hier im Haus noch so fit sind. Zuvor hatte man ein ganz anderes Bild von einem Altenheim.“

Doch jetzt heißt es auch für Wolfgang Hesse Abschied nehmen von seinen beiden Helfern. „Ich habe in den vergangenen Jahren rund 44 Zivis in meinem Bereich gehabt. Sie sind eine wertvolle Hilfe gewesen und manche Dinge, die wir immer sofort erledigt haben, werden wohl zukünftig warten müssen, denn dann fehlen vier Hände.“

Deshalb bietet das Caritas Zentrum Attendorn mit seinen zahlreichen Einrichtungen ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Einsatz im neuen Bundesfreiwilligendienst an. Diese können im Bereich der Pflege, aber auch im technischen Dienst eingesetzt werden. Wie die Erfahrungsberichte ehemaliger Zivildienstleistender wie die von Christoph Sutmeier und Nicolas Viegener zeigen, profitiert nicht nur die Einrichtung von den jungen Leuten. „Die Zeit im Haus war eine neue, interessante und wichtige Erfahrungen für das weitere Leben. Wir können das jedem nur empfehlen.“

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