Am vergangenen Wochenende führte die Rotkreuzgemeinschaft Attendorn ihren jährlichen Ausbildungstag erstmals im Krankenhaus St. Barbara durch. Schwerpunkt bildete die Defibrillationsausbildung. Für alle im Sanitätsdienst tätigen Rotkreuzler ist dies eine jährliche Pflichtveranstaltung, aber auch Mitglieder der BRH-Rettungshundestaffel Südwestfalen nahmen an der Fortbildung teil. Des Weiteren wurde auch der rückenschonende Transport und das Umlagern von Patienten wiederholt.

Der Defibrillator kann durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen, wie z. B. „Kammerflimmern“ beenden. Mittlerweile haben schon viele Firmen (auch in Attendorn) solch einen Lebensretter in ihren Betrieben. Zudem stehen Defibrillatoren in vielen Bahnhöfen, Flughäfen und Einkaufszentren bereit. Defibrillatoren werden aber auch bei Sanitätsdiensten vom DRK mitgeführt. Die lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung -das Kammerflimmern- tritt häufig als plötzlicher Herztod auf, welcher jährlich in Deutschland bis zu 200.000 Menschen das Leben kostet. Diese hohe Zahl könnte durch den Einsatz einer Defibrillation deutlich reduziert werden.

Nach einigen theoretischen Grundlagen folgte eine praktische Einheit, in der die Teilnehmer die Hilfsmaßnahmen bei einer bewusstlosen und nichtatmenden Person wiederholten und den Einsatz des Defibrillators übten. Am Ende der 4 Unterrichtsstunden konnten alle Teilnehmer eine Bescheinigung über die erfolgreiche Fortbildung entgegennehmen.

Anschließend wiederholten die Rotkreuzler den Umgang mit der Trage und das Umlagern von Patienten. Hierbei lag ein besonderes Augenmerk auf dem rückenschonenden Arbeiten.

Zum Abschluss des Ausbildungstages folgte eine kurze Führung durch die Notfallambulanz des Attendorner Krankenhauses.

Ehrung Loveparade - DRK Attendorn
Kreisrotkreuzleiter Mike Springob (Mitte) übergibt die Urkunde des Bundespräsidenten an Ivonne Hippler und Sebastian Heseler. Auf dem Bild fehlt Susanne Hütte.

Im Rahmen des Ausbildungstages überreichte Kreisrotkreuzleiter Mike Springob eine besondere Anerkennung im Namen von Bundespräsident Christian Wulff an die Helfer beim Loveparade-Unglück im Juli 2010. Auch Helfer des DRK Ortsvereins Attendorn waren im Juli des vergangenen Jahren nach den Ereignissen in Duisburg im Einsatz und wurden durch eine Urkunde des Bundespräsidenten ausgezeichnet.

12 Helfer aus dem DRK-Kreisverband Olpe unterstützten nach dem Unglück der Loveparade 2010 die „Personenauskunfsstelle des Landes NRW“ (PASS NRW) in Münster. Diese Einrichtung informiert unter anderem die Angehörigen darüber, ob eine Person von einem Schadenereignis betroffen und wo sie verblieben ist. Die ehrenamtlichen Rotkreuzler bearbeiteten in zwei Schichten zigtausend Anrufe besorgter Verwandter von Teilnehmern der Großveranstaltung. Die Telefongespräche mit Angehörigen erforderten teilweise ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen.

Bundespräsident Christian Wulf sprach in der Urkunde den Einsatzkräften des Duisburger Loveparade-Unglück, bei dem bei einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben gekommen und rund 500 verletzt worden waren, seinen Dank aus: „Sie haben in Duisburg Unbeschreibliches und eigentlich Übermenschliches geleistet, und dafür möchten wir uns bei Ihnen von ganzem Herzen bedanken. In Duisburg hat sich eindrucksvoll bewährt, dass wir in unserem Land so viele Menschen haben, die sich beruflich, aber vor allem ehrenamtlich in verschiedenen Hilfsorganisationen engagieren und sich auf solche Notfälle vorbereiten.“

Aus dem DRK-Ortsverein Attendorn wurden geehrt: Sebastian Heseler, Ivonne Hippler und Susanne Hütte. Auch Kreisrotkreuzleiter Mike Springob selbst war beim Loveparade-Unglück mit den Helfern aus dem Kreis Olpe im Einsatz.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here