„Man spürt den Dank direkt und deswegen kommen wir immer wieder gern“, Lisanne Wiese ist eine von 42 Schülern des St. Ursula Gymnasiums, die sich im diakonischen Projekt der Schule einbringt. Sie und ihre Freundin Vivian Köster gehören zu den Mädchen, die seit der ersten Stunde im Jahre 2005 ehrenamtlich im Seniorenhaus St. Liborius ältere Menschen betreuen.

St. Ursula Gymnasium  und Caritas Attendorn - Schulprojekt
Schüler bei ihren gemeinsamen Aktivitäten mit Bewohnern im Haus Mutter Anna

Petra Crone, Bundestagsabgeordnete der SPD für den Kreis Olpe, besuchte jetzt das Haus Mutter Anna und das Seniorenhaus um mit den Schülern ins Gespräch zu kommen und die Jugendlichen in ihren Aufgabenfeldern innerhalb der Häuser zu erleben.

„Ich habe von dem Projekt in der Zeitung gelesen und wollte es vor Ort sehen.“ Zuerst ließ sie sich von Jörg Boing, Sozialer Dienst im Haus Mutter Anna und Kevin Risch, evangelischer Religionslehrer am St. Ursula Gymnasium, das diakonische Projekt erklären. „Ich wollte im Unterricht den Schülern vermitteln, dass Diakonie mehr ist als Theorie.“

So war das Schulprojekt geboren. Schüler sollten freie Zeit im Seniorenhaus St. Liborius verbringen. „Die Schüler wollen Abwechslung in den Alltag der Bewohner bringen. Sie unternehmen Spaziergänge, fahren sie im Rollstuhl, gehen für sie einkaufen, spielen Gesellschaftsspiele, lesen vor oder hören einfach nur zu.“

Doch die Schüler gehen nicht unvorbereitet an ihre Aufgabe. So gibt es Rollstuhllehrgänge und beim Seniorenbegleitschein wird Hintergrundwissen vermittelt, was den Jugendlichen Rüstzeug an die Hand gibt. „Seit vergangenen Jahr sind die Jugendlichen auch im Haus Mutter Anna und im Haus Habbecker Heide in Finnentrop gern gesehen Gäste.“

Diakonisches Projekt der St. Ursula Schule
Lisanne Wiese und Vivien Köster (v.r), die „dienstältesten Ehrenamtlichen“ im diakonischen Projekt, betreuen zurzeit eine Bewohnerin bei ihren physiotherapeutischen Übungen

Petra Crone zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der Schüler. „Hier profitieren alle Seiten. Die Bewohner bekommen neue Kontakte, die Schüler erleben das Alter hautnah und können so selber die Erfahrung machen, ob ihnen das Ehrenamt liegt und für die Häuser selber ist es eine zusätzliche Hilfe.“

Auch Leiter Uwe Beul freut sich immer wieder über den Einsatz der Schüler: „Anfangs war ich skeptisch, ob das Projekt nur ein Strohfeuer ist oder nachhaltig wirkt. Doch die besten Beispiele, dass es funktioniert sind heute hier. Es macht den Bewohnern einfach eine Riesenfreude, wenn die Jungen und Mädchen ins Haus kommen.“

Die erzählten zum Abschluss auch voller Begeisterung der Bundestagsabgeordneten von ihren Erfahrungen. „Anfangs war es schon komisch. Man kannte die Leute ja nicht, aber jetzt macht es Spaß zu kommen.“

Michael Schneidersmann, einer der Youngster: „Manchmal hat man sich so viel zu erzählen, dass man seinen Zeitplan gar nicht einhalten kann. Dann wollte man noch ganz andere Dinge zusammen unternehmen und die Zeit ist schon wieder um.“

Doch auch mit Tod und Krankheit werden die Schüler konfrontiert: „Es ist wirklich schlimm, wenn ein Mensch, mit dem man seine Zeit verbracht hat, stirbt.“

Kevin Risch: „Unser Ziel ist es, weitere Jugendliche für unser Projekt zu begeistern. Wir wollen anderen jungen Menschen veranschaulichen, dass nicht alles im Leben nur dadurch Sinn bekommt, dass die Bezahlung stimmt. Wir hoffen, dass auch in Zukunft unsere Arbeit weitergeführt wird und das Projekt noch lange bestehen bleibt.“

Diakonisches Projekt St. Ursula Gymnasium Attendorn
Petra Crone läst sich das diakonische Projekt von den Schülern vorstellen.
Diakonisches Projekt St. Ursula Schule
Zum Abschluss des Besuchs gab es eine große Runde um über das Pojekt und seine Zukunft mit Petra Crone zu sprechen.

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