Zwar war es von Angela Klose auch so geplant, aber der Wunsch der rund 40 Jungen am vergangenen Montagnachmittag war unüberhörbar: „Wir wollen weiter solche >Herren-Sitzungen< haben“. Und so wird die Grundschullehrerin in den kommenden vier Wochen den Jungen der Klassen 3 und 4 der Sonnenschule weiter aus dem Tagebuch des 13-jährigen Greg Heffley vorlesen.

Einem Jungen, der faul, selbstsüchtig und gierig ist und Erwachsene idiotisch findet. Leider hat er als Junge viel zu wenig Muskeln in Brust, Armen und Beinen, worunter er sehr leidet. Auch haben seine Eltern seiner Meinung nach oft seltsame Ansichten und sind einfach peinlich.

Der Andrang bei der ersten „Herren-Sitzung“ war riesengroß. Wie im Kino lauschten die Jungs unter teilweise großem Gelächter bei Knabbersachen und Getränken gespannt Gregs Tagebuchaufzeichnungen aus dem 4. Buch „Ich wars nicht“: Leider waren die Heffleys in diesem Jahr gerade knapp bei Kasse und machten in den Sommerferien Urlaub zu Hause. Wie langweilig. Greg hätte am liebsten die ganzen Ferien Video spielend im Wohnzimmer verbracht. Doch leider sah seine Mutter das ganz anders und schickte ihn raus. Dort sollte er „irgendetwas machen“. Was für ein Quatsch. Aber was sollte Greg bloß tun? Schlange stehen im Freibad und lange Autofahrten zum Wasserrutschenparadies ertragen? Das war doch einfach nur öde. Und dann beschlosst sein Vater zu allem Überfluss auch noch, sich einen Traum zu verwirklichen: Einen Hund………

Mit diesen Erlebnissen konnten sich die Herren der Schöpfung gut identifizieren.

Während von Angela Klose temperamentvoll, witzig und sehr ansprechend vorgelesen wurde, konnten die Jungs durch den Einsatz eines Overheadprojektors gleichzeitig die lustigen Comiczeichnungen an der Wand verfolgen. „Chef“ am OHP wird auch bei den nächsten Treffen wieder Sebastian Poggel sein, ein ehemaliger Schüler der Lehrerin. Er fragte sofort nach Bekanntwerden der Aktion nach, ob er als Helfer mitmachen dürfe, weil er begeisterter „Gregs Tagebuch“-Fan sei und alle Bücher schon gelesen hätte.

Sonnenschule Attendorn - Vorlesestunde
Mit Begeisterung verfolgten die rund 40 Jungen die Aufzeichnung in Gregs Tagebuch, vorgelesen Angela Klose.

Angela Klose Sonnenschule Attendorn

Interview mit Frau Angela Klose:

Frau Klose, nach dem großen Erfolg Ihrer „Märchen-Lesestunden“ für die kleinen Sonnenschulkinder Ende des vergangenen Jahres haben Sie jetzt mit einer Vorlesereihe nur für die älteren Jungs begonnen. Warum werden die Mädchen diesmal ausgegrenzt?

A.K.: Beruflich wie privat habe ich feststellen müssen, dass Jungen viel schwieriger für das Lesen zu begeistern sind als Mädchen. Computerspiele sind in, Lesen ist uncool. Auch sprechen viele Bücher, obwohl sie für beide Geschlechter konzipiert wurden, offensichtlich mehr die „Damenwelt“ an. Nicht zuletzt sind die „Männer“ auch gerne mal ganz unter sich, genauso wie die Mädels.

Mit einem Jungen-Buch wollen sie die Schüler nun für das Lesen begeistern?

A.K.: Ja, ich lese aus Gregs Tagebuch von Jeff Kinney vor, von einem Jungen, der nur etwas älter ist als meine Zuhörer. So können sie sich besser in seine Gedankenwelt versetzen. Außerdem ist das Comicbuch so spannend und witzig geschrieben, dass ich hoffe, dass wenigstens einige der lesescheuen Schüler animiert werden, selbst zu diesem oder einem anderen Buch aus der Reihe zu greifen und die Geschichten weiter zu verfolgen.

Und was ist mit der „Damenwelt“?

A.K.: Die haben meine Beweggründe bezüglich der Jungen verstanden und freuen sich schon riesig auf die Vorleserunde mit umgekehrten Vorzeichen; da wird speziell Weibliches zu hören sein, und die Jungen haben keinen Zutritt.

Mit Angela Klose sprach Karl-Hermann Ernst

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