Was gibt es für die „I-Männchen und Weibchen“ der Sonnenschule in dieser schmuddeligen Zeit Schöneres als in einem gemütlichen Klassenraum ohne Deckenbeleuchtung, nur mit funkelnden Lichterketten, Kuscheltieren, Kissen und weichen Decken jeweils für eine Stunde in die magische Welt der Könige, Prinzessinnen, Raben, Frösche, Feen, Köche, Hexen und Zauberer einzutauchen. Seit drei Wochen dürfen sie das jeden Donnerstag ab 17 Uhr.

Dass die Einladung zur wöchentlichen Märchenstunde einen solchen Begeisterungssturm bei den drei ersten Klassen der Sonnenschule auslöste, damit hatte selbst Lehrerin und Märchenerzählerin Angela Klose nicht gerechnet. Schon bald wurden auch kleinere und größere Geschwister mit „eingeschmuggelt“. Selbst vorher ausgesprochene Warnungen vor gruseligen Märchen mit Teufeln und Hexen, für die man sehr starke Nerven brauche, schreckten die Kleinen nicht ab. Im Gegenteil: Gerade hier wurde geballt der Beweis angetreten, wie mutig die kleinsten Sonnenschulkinder doch sind.

Maerchenstunde - Sonnenschule Attendorn
Beim Märchenhören kann man es sich so richtig gemütlich machen.

Noch vollkommen gefangen in der Märchenwelt wurden von den kleinen Teilnehmern selbst goldene Teufelshaare und verzauberte Gerstenkörner andächtig und furchtlos mit nach Hause genommen.
Bleibt abzuwarten, ob bei dem in der nächsten Stunde geplanten Mäusemärchen nicht doch den ein oder anderen Helden der Mut verlässt, wenn er die Gelegenheit bekommt, eine kleine, verzauberte Mutmachspeckmaus zu verzehren.

Die große, positive Resonanz der Kinder zeigt, wie sehr die alten Märchen selbst im modernen Zeitalter von Fernseher, Computer, Playstation, Gameboy und Nintendo die Kinder noch in ihren Bann ziehen. Denn sie spiegeln das oft verwirrende und sehr komplexe Leben der kleinen Menschen in großer Einfachheit und Klarheit wieder. Ein Leben prall gefüllt wie in Wirklichkeit, mit allen guten und schlechten menschlichen Eigenschaften: Unschuld und Bosheit, Frieden und Streit, Liebe und Hass, Schönheit und Hässlichkeit, Fleiß und Faulheit, Mut und Feigheit, Treue und Untreue, Kleinheit und Größe, Freude und Traurigkeit, Dummheit und Schlauheit. Alles ist möglich und kommt vor, aber am Ende siegt immer das Gute und das Böse wird bestraft.
Dabei macht das Zuhören nicht nur Spaß, sondern auch Mut. Die Märchen erzählen den kleinen Gästen nämlich davon, wie das Leben auch unter schwierigsten Bedingungen glücken kann. Und sie lernen dabei, dass es im Leben nicht auf Werte wie Macht, Reichtum und Schönheit ankommt. Denn es sind gerade die kleinen, schwachen und armen Märchenfiguren, denen anfangs niemand etwas zugetraut hat, die dann aber aus eigener Kraft oder mit Hilfe übernatürlicher Kräfte die wildesten Abenteuer bestehen und zum Schluss ganz groß heraus kommen. Das stärkt das Selbstwertgefühl und die richtige Werteorientierung der Kinder in hohem Maße.

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Beim Märchenhören kann man es sich so richtig gemütlich machen.

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