Das geplante Bürgerhaus Alter Bahnhof Attendorn überzeugt, weil es hier nicht nur um die Umnutzung eines alten Gebäudes geht, sondern um bürgerschaftliches Engagement, welches auch die heimische Wirtschaft und deren Interessen mit einbindet.

Dies wurde am Mittwoch Abend (20.10.2010) bei einem Runden Tisch deutlich, zu dem die Bürgerinitiative Alter Bahnhof Vertreter der Parteien, der Stadt, der Regionale 2013 und des NRW-Förderprogramms „Initiative ergreifen“ eingeladen hatte.

Auf Frage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Bruno Droste betonte Daniel Fühner von der Regionale-Agentur, dass das Projekt Alter Bahnhof anderen Regionale-Projekten in Attendorn nicht im Wege stehe, sondern eine sinnvolle Ergänzung und Abrundung zum Projekt „Bigge-Lister“ bildet, was die Chancen für beide Projekte erhöht. Joachim Boll von „Initiative ergreifen“ ergänzte: „Da muss man mehrere Eisen im Feuer haben.“ Wichtig sei jetzt, dass die Stadt sich hinter die inhaltliche Ausrichtung des Bürgerhauses stellt, damit im weiteren Qualifizierungsprozess die finanziellen Voraussetzungen geprüft werden können.

Für die Initiative Bürgerhaus betonte Ernst Klein, dass es der Initiative nie darum gegangen sei, einen Blankoscheck zu bekommen. Vielmehr sollten die ersten Kostenberechnungen gemeinsam mit den Fachleuten von „Initiative ergreifen“ so überarbeitet und weiterentwickelt werden, dass das Bürgerhaus auch finanziell auf sicheren Füßen steht.

Die Umfrage der Verwaltung zum Bürgerhaus bewertet die Initiative als überraschend großen Erfolg. 8% Rückmeldungen auf eine derartige Umfrage lägen weit über dem Wert von 3 – 5 %, der bei postalischen Umfragen üblich sei, so Martin Kuschel von der Initiative. Auch die Tatsache, dass innerhalb von nur 2 1/2 Wochen Spendenzusagen von rund 123.000 € gekommen seien, sei „sensationell“.

Nach einem eindringlichen Appell von Joachim Boll, ein Projekt, das inhaltlich von allen Beteiligten gewünscht werde, nicht bereits zu einem so frühen Stadium scheitern zu lassen, verständigten sich die Vertreter der Ratsfraktionen darauf, sich vor der Ratssitzung im November noch einmal zu einem interfraktionellen Gespräch zu treffen.

Hintergrundinformationen zu den Beteiligten:

NRW Förderprogramm „Initiative ergreifen“
„Initiative ergreifen“ unterstützt Projekte, die bürgerschaftliches Engagement und Stadterneuerung wirksam miteinander verknüpfen. Das Programm wendet sich an bürgerschaftliche Projektträger, aber auch an Kommunen, die neue Wege in der Kooperation mit ihren Bürgern suchen. Es wird getragen vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr (MWEBWV) des Landes Nordrhein-Westfalen.

Regionale 2013 Südwestfalen
Die Regionale ist ein Strukturförderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen.Mit der Regionale 2013 setzen sich alle gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Akteure in Südwestfalen das Ziel, gemeinsam den Herausforderungen der Globalisierung und des demografischen Wandels zu begegnen. Die Stärkung einer der leistungsfähigsten Industrieregionen in NRW, mit ihrer mittelständischen Wirtschaftsstruktur, steht dabei ebenso wie der Erhalt der Naturlandschaft im Fokus.

Alter Bahnhof - Attendorn

1 Kommentar

  1. Auch an dieser Stelle möchte ich noch einmal verdeutlichen, was die Initiative „Bürgerhaus Alter Bahnhof“ als minimal Ziel zur Zeit hat: Sie möchte, dass das Projekt nicht schon auf der nächsten Ratsitzung im November beerdigt wird!
    Das heißt noch lange kein Ja ohne wenn und aber für die Stadtverordneten, es gibt uns nur Zeit, einen Kompromiss mit der Stadtverwaltung und dem Stadtrat in Sachen laufenden Kosten zu finden.
    Wenn es wirklich so ist, dass alle, Verwaltung wie Parteien, die Idee des Bürgerhauses als gut und wichtig ansehen, sollten sie uns diese Chance geben!
    Wenn wir bis zum nächsten Jahr keine Einigung erreichen, kann der Stadtrat das Projekt immer noch begraben, ohne dass der Stadt in der Zwischezeit irgendwelche Kosten entstanden sind.
    Stand der Kosten: Die Umbaukosten wurden von der Stadtverwaltung mit rund 2 Mio beziffert, die Stadt selbst müsste davon aber „nur“ 800 000,- aufbringen. 1 Mio würde vom Land als Förderung aufgebracht, die Initiative selber müßte 200 000,- als Eigenanteil einbringen. Man sollte also nicht von Kosten in Höhe von 2 Mio reden, sondern von 800 000,- den Machbar ist das Projekt nur mit der Förderung des Landes, gibt es die nicht, muss das Projekt grundsätzlich neu überdacht werden. Uns geht es nur darum, den Weg der eingeschlagenen Landesförderung weiter zu gehen.
    Schlimmer noch als die einmaligen Kosten sind für Rat und Verwaltung wohl die jährlichen Kosten, bei denen die Initiative schon von Anfang an Gesprächsbereitschaft signalisiert hat. Dieser Betrag ist ein fester jährlicher Zuschuß für die Arbeit des Bürgerhauses in Richtung Kultur und Übernahme sozialer Aufgaben.
    Da alle ein Bürgerhaus als Bereicherung für die Stadt Attendorn ansehen, sollten wir doch noch ein wenig weiter den risikolosen Weg weitergehen.
    Nicht zu vergessen ist natürlich auch noch, dass wir im Rahmen der Förderung professionelle Hilfe bekommen! Und zwar von einem Büro, für das die Wirtschaftlichkeit einens solchen Hauses durchaus nicht unwichtig ist, mehr noch, wo die Wirtschaftlichkeit sogar ein Aspekt der Förderungswürdigkeit ist!

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