Wie geht es weiter mit dem Bürgerhaus-Projekt?

Brandaktuell ist das Schwerpunktthema der nächsten Sitzung des Agendaforums am kommenden Mittwoch (15. September) um 19.30 Uhr im Alten Bahnhof Attendorn. Es geht um die Zukunft des Bürgerhauses, das in dem historischen Bahnhofgebäude entstehen soll, um allen Bürgern und Bürgerinnen den fehlenden Treffpunkt und zentralen Ort für kulturelles und soziales Engagement zu bieten. Die Initiative „Alter Bahnhof“ stellt das Nutzungskonzept vor und diskutiert mit den Anwesenden, wie es mit dem Projekt weitergehen soll.

Alter Bahnhof - Attendorn

Schon vor zehn Jahren engagierten sich Agenda-Aktive mit breiter Unterstützung aus der Bevölkerung dafür, das ehemalige Franziskanerkloster in ein Stadt-Natur-Zentrum für alle Bürger und Bürgerinnen umzunutzen. Das scheiterte. Geblieben ist die Kirchturmspitze, die Attendorner Handwerker in einer Nacht- und Nebel-Aktion vor dem Abriss retteten. 2004 hat sich eine neue Initiative für ein Bürgerhaus gegründet, getragen vom Jugendzentrum, Kulturverein und Agendaforum. Sie findet Zustimmung in allen Bevölkerungskreisen – auch der Industrie, die sich für eine Stärkung „weicher Standortfaktoren“ – wie einem attraktiven Kulturangebot – einsetzt.

Für den Umbau des Gebäudes hatte die Initiative öffentliche Fördermittel beantragt, die die Restaurierungskosten für die Stadt halbieren können. Nach zahlreichen Ortsterminen läuft der Prüfungsprozess auf Hochtouren. Doch wenn die Stadt dem Projekt -­ wie im Antrag des Bürgermeisters an den Stadtrat formuliert – aus Angst vor den Betriebskosten jetzt die Unterstützung entzieht, bedeutet das, dass sie „auf eine Million Fördergelder für ein Bürgerhaus verzichtet“, heißt es aus der Initiative. Bei einer Vermarktung des historischen Bahnhofsgebäudes besteht die Gefahr, dass es abgerissen wird. Ein Alternativgebäude für ein Bürgerhaus kann niemand nennen, schon gar kein preisgünstigeres. Bis die vom Bürgermeister vorgeschlagene Bürgerstiftung gegründet ist, sind die beantragten Fördergelder längst in andere Projekte geflossen, so ein Fachmann aus der Initiative, der vorrechnet: Für eine Million Euro ließen sich über zehn Jahre Betriebskosten zahlen.

Die Sitzung des Agendaforums bietet den Auftakt der zweiten „Fahrplan“-Reihe im alten Bahnhof. Die Agenda-Aktiven gehören auch zu den Organisatoren von zwei weiteren Veranstaltungen. Am Sonntag (19. September) um 18 Uhr lädt der Arbeitskreis Fairer Handel (Agendaforum und Eine-Welt e. V.) ein zu einem Informationsabend zum fairen Handel in Attendorn mit anschließender Fairkostung. Siegfried Pater, ehemaliger Entwicklungshelfer und Autor zahlreicher Bücher zu fairem Handel wird am Mittwoch (22. September), um 19.30 Uhr über die McDonaldisierung der Welt referieren. Die Vorbereitung dieser und weiterer Veranstaltungen wie einer Lesung mit Günter Wallraff am 8. Oktober stehen auf der Tagesordnung des Agendaforums.

Wichtig sind auch die Haushaltsplanungen für 2011, über die jetzt entschieden werden muss, um sie rechtzeitig in die Beratungen des Stadtrats einfließen zu lassen. Alle interessierten Bürger und Bürgerinnen sind eingeladen, sich an den Diskussionen und Entscheidungen im Agendaforum zu beteiligen. Weitere Informationen gibt es beim Forumssprecher Michael Greve-Röben unter Telefon 630921 oder Mail: m.greve1@gmx.de und auf der Homepage der Stadt Attendorn.

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