Sonntag, 20. April 2014

Konzert des Attendorner Kammerorchsters: Ein musikalischer Kontrapunkt gegen die herbstliche Tristesse

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Gut beraten waren alle diejenigen, welche sich am Spätnachmittag des Volkstrauertags in der Aula des Rivius-Gymnasiums eingefunden hatten. In einem abwechslungsreichen und anspruchsvollen Konzert gelang es dem Attendorner Kammerorchester, einen musikalischen Kontrapunkt gegen die herbstliche Tristesse zu setzen.

KOnzert Kammerorchester Attendorn

Unter der bewährten Leitung seines Dirigenten Werner Fichten, der mit humorvoller und sachkundiger Moderation durch das Programm führte, eröffnete das durch Bläser erweiterte Streichorchester den Konzertnachmittag mit einer Sinfonie des Frühklassikers Carl-Friedrich Abel. Mit diesem heiter-unkomplizierten, schwungvoll musizierten Werk wurden die zahlreichen Zuhörer auf das Hauptwerk des Abends, das Violinkonzert Nr.4 in D-Dur KV 218 von W.A. Mozart bestens vorbereitet.

Der Salzburger Meister legte keinen Wert auf ein oberflächliches Virtuosentum, seine Werke stellten und stellen aber hohe technische Anforderungen an den jeweiligen Interpreten. Erst nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Opus kann ein Solist sich und seiner Zuhörerschaft den musikalischen Gehalt des Musikwerkes überzeugend erschließen. Vanessa Gembries, der Solistin des Violinkonzerts, gelang dies auf hervorragende Weise. Dem schnellen für Mozart typischen Wechsel von Licht und Schatten, Heiterkeit und Ernst sowie all den klanglichen Zwischentönen wurde sie mit technischer Souveränität und reifer Musikalität in höchstem Maße gerecht, so dass ihr Spiel das Publikum zu begeistertem Applaus hinriss. Dafür bedankte sich die Geigerin mit einer angenehm uneitlen Interpretation der Sarabanda aus J.S. Bachs Partita Nr.2 in d-moll.

Hatte sich das Orchester als sensibler Begleiter im Violinkonzert erwiesen, so konnten sich die Streicher nach der Pause in dem heiteren, vielstimmigen, von Carlo Ricciotti herausgegebenen Konzert in Form der barocken Kirchensonate regelrecht austoben. Das Werk besticht durch die kantable Schönheit seiner langsamen Sätze und die spritzig funkelnde, ideenreiche Anlage seiner schnellen. Hier ist vor allem Spielfreude gefragt und die war nicht zu überhören!

Gemeinsam mit Oboen, Hörnern und Fagott, die nun auch solistisch hervortreten konnten, musizierte das Ensemble die Sinfonie Nr. 42 D-Dur von Joseph Haydn. Hier vereinen sich klassische Strenge und musikalische Heiterkeit. Das Orchester bot mit diesem Werk eine klare Interpretation und damit einen würdigen Abschluss für ein gelungenes Konzert. Das Publikum in der voll besetzten Aula entließ die Musiker daher erst nach der mit kräftigem Applaus eingeforderten Zugabe.

Attendorner für die Hosentasche

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